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iPhones, Handelskrieg, Services - Die Gründe für den phänomenalen Anstieg der Apple-Aktie

Trotz Sorgen um die Strahlkraft des iPhones und inmitten der Wirren des Handelskonfliktes hat die Apple-Aktie eine beeindruckende Jahresperformance hinter sich. Kann das so weitergehen?
25.11.2019 10:23
Von Marc Forster
Zubehör zum iPad, iPhone und der Apple Watch, dekorativ angeordnet in Store am Londoner Covent Garden.
Zubehör zum iPad, iPhone und der Apple Watch, dekorativ angeordnet in Store am Londoner Covent Garden.
Bild: cash/mfo

Alternativen zum teuren iPhone 11 gibt es viele. Mit Folgen für den Hersteller Apple, denn in der Schweiz zeigt eine Umfrage eine abnehmende Attraktivität des smarten Multifunktionengeräts. Dies passt zum Gesamtbild, denn Apple hat dieses Jahr weltweit weniger iPhone verkauft als 2018. Und doch läuft es dem kalifornischen Tech-Megakonzern an der Börse super.

War der Kurs inmitten der Börsenkrise des Schlussquartals 2018 noch um 30 Prozent gefallen, sieht das Bild für 2019 ganz anders aus. Der Kurs hat um 66 Prozent zugenommen, damit den US-Leitindex Dow Jones mit auf Rekordhochs getrieben und auch zahllose Investoren auf der ganzen Welt reicher gemacht. Darunter sind solche Institutionen wie Warren Buffett oder die Schweizerische Nationalbank (cash berichtete).

Zum einen haben sich im September und Oktober die iPhone-Verkäufe nach Einschätzungen von Analysten verbessert. Zum andern scheint sich Apple im Handelskonflikt zu behaupten. Befürchtungen um das wichtige Asien-Geschäft hatten Apple zwischenzeitlich zugesetzt. Erstens erzielt Apple etwa 17 Prozent des Umsatzes in Greater China, zweites befinden sich dort wichtige Zulieferer und drittens ist Apple ein prestigeträchtiges Ziel für die chinesische Regierung.

Der Kurs der Apple-Aktie seit Anfang August 2018 (Grafik: cash.ch). 

Die Margen seien angesichts des Konflikts konstant geblieben, schrieb die Morgan-Stanley-Analystin Katy Huberty vor einigen Tagen. Zudem sagte US-Präsident Donald Trump diese Woche, Apple könnte von US-Zöllen ausgenommen werden. Der Machthaber im Weissen Haus will Apple so gegen den Hauptkonkurrenten Samsung unterstützen.

Bewertung bleibt ein Thema

Neben iPhone-Verkäufen und dem Zollstreit ist ein Dauerthema bei der Apple-Aktie die Bewertung. Zwar sieht das Kurs-Gewinn-Verhältnis von 22 (gemäss Bloomberg) auf den ersten Blick moderat aus. Am Markt wird immer aber wieder gesagt, Apple sei überkauft.

iPhone verliert laut Studie bei Schweizern an Attraktivität

Vor allem dank Apple: US-Aktien der Nationalbank erreichen Rekordwerte

Nur, den Optimismus der Analysten dämpft dies wenig. Bloomberg listet 27 Experten auf, die Apple zum Kauf empfehlen, 14, die ein "hold" verhängt haben und 7, die zum Verkauf raten. Hoffnungen für die Aktie basieren vor allem auf neuen Geschäftsfeldern, die mit der Zeit die Haupteinnahmequelle iPhone überflügeln könnten.

Denn die Zahlen, die Apple nach dem Abschluss des Geschäftsjahres 2018/19 (Ende September) vor gut drei Wochen vorgestellt hat, zeigten neben einem volatilen iPhone-Absatz noch etwas anderes: Die Einnahmen mit Wearables und Tabletcomputern, vor allem aber auch die Services-Sparte entwickeln sich gut. Nur so erklärt sich, dass Apple im vierten Geschäftsquartal rekordhohe 64 Milliarden Dollar einnehmen konnte. Zu Services zählen der Streamingdienst Apple Music, die Bezahlfunktion Apple Pay oder die Clouddienste. 

Zu den Services gehört inzwischen auch der Streamingdienst Apple TV Plus, den es seit Anfang November gibt und der gegen Netflix und Amazon Prime ankämpfen will. Derzeit dürfte Apple damit nicht viel verdienen, denn alle, die in letzter Zeit bei Apple etwas gekauft haben, bekommen das Programm für ein Jahr gratis. Das Urteil über die Produktionen – darunter die aufsehenerregende Serie "The Morning Show" mit den Starschauspielerinnen Jennifer Aniston und Reese Witherspoon – fällt im Moment gemischt aus.

Apple TV Plus im Markt für Subscription-Konsumangebote wird von Apple-Kennern als Wagnis eingestuft. Das Ziel von Apple ist allerdings nicht nur, den etablierten Anbietern ein Rennen zu liefern. Indem Apple ein ganzes Ökosystem mit Angeboten kreiert, so glaubt man, bleiben Konsumenten der Marke länger treu. Vor diesem Hintergrund ist im September auch Apple Arcade lanciert worden, ein Gaming-Subscription-Dienst. Gaming ist bekanntermassen ein rasch wachsender Markt.

Angaben über diese neuesten Service-Angebote – wie auch das wichtige, nun anlaufende Weihnachtsgeschäft - gibt es spätestens Ende Januar, wenn Apple die Zahlen im ersten Geschäftsquartal vorlegt. Bis dahin gibt es genug Grund zur Annahme, dass der Aktienkurs weiter Potenzial hat. Die gute Börsenstimmung und der allgemeine Apple-Optimismus werden die Aktie noch einige Wochen weiter anschieben. 

 

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