IPOs - Schweizer Medtech-Startup Onward will nächste Woche an die Börse

Das Start-Up Onward plant nächsten Donnerstag seinen Börsengang in Brüssel. Das Unternehmen, ein Spin-Off der ETH Lausanne, forscht an Therapien zur Stimulation bei Rückenmarkverletzungen.
14.10.2021 11:15
Von Marc Forster
EPFL-Wissenschaftler Grégoire Courtine hat Onward 2014 gegründet.
EPFL-Wissenschaftler Grégoire Courtine hat Onward 2014 gegründet.
Bild: imago images / Agencia EFE

Nach dem Sportschuhhersteller On, dem Sportwettenanbieter Sportradar oder dem Technologie-Startup Astrocast geht dieses Jahr ein weiteres Unternehmen mit Schweizer Wurzeln an die Börse. Aber wie On, Sportradar und Astrocast sucht sich auch Onward einen ausländischen Börsenplatz. Die Wahl ist auf die Börse in Brüssel gefallen. 

Nach Angaben der Börsenbetreiberin Euronext strebt Onward eine Preisspanne für die Aktie zwischen 11,75 und 13,75 Euro an. Erster Handelstag soll der kommende Donnerstag sein. Onward könnte damit rund 100 Millionen Euro einnehmen. Begleitende Banken sind die belgischen Institute Degroof Petercam und Belfius. 

Das Unternehmen wurde 2014 von Forschern der ETH Lausanne (EPFL) ins Leben gerufen. Der Sitz von Onward liegt in Eindhoven in den Niederlanden. 

Die Forschungen richten sich auf Therapien, die gezielt Stimulationen im Rückenmarkt bei Menschen mit Rückenmarkverletzungen ermöglichen. Die externe und non-invasive Therapie nennt sich ARC-EX, während auch an einem Implantat mit der Bezeichnung ARC-IM gearbeitet wird. Beide verfügen über die "Breakthrough-Device"-Designation der US-Arzneimittelbehörde FDA. Nach Angaben vom vergangenen April erwartet Onward FDA-Zulassungen für 2023 respektive 2024. 

Wiederherstellung von Rückenmark-Verbindungen

Onward arbeitet daran, Menschen, die nach einem Unfall auf einen Rollstuhl anweisen sind, das Gehen wieder zu ermöglichen. "Heute gibt es noch keine regenerative Behandlung", sagte Onward-Gründer Grégoire Courtine in einem Interview mit der Startup-Finanzierungsplattform Verve Ventures. Eine Rückmarkverletzung bedeute, dass für die Körperfunktionen wichtiger Verbindungen getrennt würden, sagt der Neurowissenschaftler der EPFL.

"Wir arbeiten im Wesentlichen daran, genau diese Verbindungen wieder zu aktivieren, um die Erholung von Menschen zu unterstützen und ihr Leben zu einfacher zu machen", so Courtine. Es sei in Zusammenhang mit diesen Therapien bereits möglich, spezifische Probleme wie den Blutdruck der Patienten zu kontrollieren. 

Aus bei der Euronext eingereichten Angaben geht hervor, dass das Unternehmen 2020 einen Umsatz von 800'000 Euro erzielt hat, nach 554'000 im Jahr davor. Den operativen Verlust 2020 beziffert das Unternehmen auf 15,5 Millionen Euro. 

Bei bisherigen Finanzierungsrunden war unter anderem Olympic Investments beteiligt, der Anlagezweig der Onassis Foundation.