Ein Austritt aus der OPEC gelte ⁠für den Fall, dass die Förderquote des Irak ⁠innerhalb des Ölkartells nicht deutlich angehoben werden sollte, sagte ein hochrangiger Vertreter des ‌irakischen Ölministeriums am Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. ‌Anderen Insidern zufolge haben irakische ​Regierungsvertreter auch einen Austritt aus der Opec erwogen. Derzeit sei der Plan jedoch, Mitglied zu bleiben und eine höhere Quote anzustreben, hiess es weiter.

Ein Regierungssprecher sagte dazu, der Irak ‌arbeite daran, die volle Ölexportkapazität wiederherzustellen. Zudem strebe man an, die Produktion in den kommenden Jahren auf sieben Millionen Barrel pro Tag ​zu steigern. Der Sprecher äusserte sich nicht ​zu Überlegungen über einen Opec-Austritt.

Hintergrund ist ​die schwere Finanzkrise im Land infolge des Iran-Krieges. Eine deutliche Erhöhung der ‌Opec-Quote sei ein Muss und sollte mit grösstem Ernst behandelt werden, sagte der Regierungsvertreter. Ein Austritt des Irak wäre nach ​dem Ausscheiden ​der Vereinigten Arabischen Emirate ⁠in diesem Jahr ein weiterer schwerer Schlag ​für die Opec. ⁠Der Irak ist eines der fünf Gründungsmitglieder des Kartells, das ‌in der irakischen Hauptstadt Bagdad ins Leben gerufen wurde. Eine Stellungnahme der Opec lag zunächst nicht vor. ‌Die Opec+ umfasst die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) und ​verbündete Förderstaaten wie Russland.

(Reuters)