Die iranischen Revolutionsgarden haben mit ‌der Schliessung ⁠weiterer wichtiger Schifffahrtswege gedroht, um die USA und ihre Verbündeten unter Druck zu setzen. «Die regionalen Energieexporte werden entweder von allen ⁠geteilt oder allen verwehrt», erklärte die Eliteeinheit am Mittwoch über die amtliche Nachrichtenagentur Irna. Der Iran hatte wieder die Strasse von Hormus gesperrt, woraufhin die ‌USA erneut eine Seeblockade iranischer Häfen verhängten. Der Iran könnte Analysten zufolge seine ‌verbündeten Huthi-Rebellen im Jemen anweisen, die Meerenge Bab al-Mandab am Roten ​Meer zu blockieren. Zwei der weltweit wichtigsten Öltransportrouten wären damit gefährdet.

Ein hochrangiger Vertreter der Huthi-Rebellen hatte am Montag gewarnt, die Miliz sei bereit, die Meerenge Bab al-Mandab zu schliessen, falls Saudi-Arabien den Jemen weiter angreife. Dies könne den Ölpreis auf 200 Dollar pro Barrel treiben, berichtete der iranische Sender Press TV. Die Huthi-Miliz feuerte am Montag Raketen auf Saudi-Arabien ‌und brachen damit einen seit vier Jahren bestehenden Waffenstillstand. Die Rebellen attackierten zudem nach dem Ausbruch des Gaza-Kriegs im Oktober 2023 wiederholt Handelsschiffe im Roten Meer, um die radikal-islamische Palästinenser-Organisation Hamas im Kampf gegen Israel zu unterstützen.

Die jüngsten Drohungen des Iran folgten ​auf US-Luftangriffe am Dienstag. Das US-Militär hatte nach eigenen Angaben Dutzende militärischer Ziele nahe der Strasse ​von Hormus und in iranischen Küstengebieten bombardiert. Der siebenstündige Einsatz sollte die ​Schlagkraft des Irans bei Attacken auf Handelsschiffe in der Strasse von Hormus schwächen. Die USA machten den Iran für Angriffe auf sieben Schiffe in ‌der vergangenen Woche verantwortlich.

«Energieanlagen für den Schluss aufheben»

Die Revolutionsgarde teilte am Mittwoch mit, die Strasse von Hormus bleibe bis zum «Ende der bösartigen Umtriebe Amerikas» geschlossen. Sie hätten als Reaktion auf die US-Luftschläge Einrichtungen der US-Flotte in Bahrain sowie Logistikstützpunkte in Kuwait und ​Jordanien attackiert. ​Jordanien fing am Mittwochmorgen drei ballistische Raketen ab, die aus ⁠dem Iran kommend in den jordanischen Luftraum eingedrungen waren.

US-Präsident Donald Trump ​drohte dem Iran am Dienstag ⁠mit Angriffen auf Kraftwerke und Brücken in der kommenden Woche, sollte die Führung in Teheran die Verhandlungen nicht wieder aufnehmen. «Ich werde ‌mir die Energieanlagen für den Schluss aufheben, aber letztendlich werden wir diese Ziele treffen», sagte Trump in einem Interview des Senders Fox News. Er hatte am Montag eine Gebühr von 20 Prozent auf ‌Schiffspassagen durch die Meerenge ins Spiel gebracht, diese Idee am Dienstag jedoch wieder verworfen.

Die Feindseligkeiten ​zwischen den USA und dem Iran waren in der vergangenen Woche wieder aufgeflammt, wodurch ein im Juni vereinbarter Waffenstillstand hinfällig wurde. Die Ölpreise legten an den Finanzmärkten am Mittwoch weiter zu, nachdem sie am Dienstag wegen der Lieferunterbrechungen in der Strasse von Hormus auf ‌ein Monatshoch gestiegen waren.

(Reuters)