Die Vereinigten Staaten würden sich in Bezug auf den Iran «zurückhalten», sagte Trump in einem Interview mit dem Portal Axios am Sonntag (Ortszeit). Man verhandle derzeit eher «halbherzig», so Trump, und beobachte lediglich die hohe Inflation im Iran und die Tatsache, dass das Land kein Geld habe. Der Iran hat die Öffnung der blockierten Strasse von Hormus von der Erfüllung weitreichender Bedingungen durch die USA abhängig gemacht, darunter Entschädigungszahlungen für US-Angriffe.
Der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrates des Iran, Mohammed Bagher Solkadr, nannte weitere Bedingungen für eine Öffnung - etwa ein Ende der US-Drohungen, die Einstellung der Aggression gegen die Verbündeten des Iran im Libanon, in den Palästinensergebieten, im Jemen und im Irak sowie die Aufhebung von Blockaden und Sanktionen und die Freigabe iranischer Vermögenswerte.
Ein Abkommen mit Oman über neue Schifffahrtsrouten durch die Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman stehe zwar kurz vor dem Abschluss, sagte der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi am Sonntag der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Dies regele aber nur die technischen Details für den Fall einer Öffnung. Direkte Gespräche mit den USA gebe es nicht, Botschaften würden über Vermittler ausgetauscht. Ein US-Vertreter hatte am Freitag erklärt, eine Einigung stehe bevor. Die USA würden die Blockade iranischer Häfen aufheben, sobald der Iran seine Verpflichtungen umsetze. Im Juni war ein Waffenstillstand zwischen beiden Ländern nach US-Luftangriffen auf den Iran vereinbart worden. Teheran zufolge haben die USA die Vereinbarung jedoch mit der erneuten Verhängung einer Seeblockade im Juli gebrochen.
Die diplomatischen Spannungen werden von militärischen Aktionen in der Region begleitet. Bei einem Angriff der vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen auf die jemenitische Hafenstadt Mokka am Roten Meer wurden am Sonntag nach Militärangaben sieben Menschen getötet und 30 weitere verletzt. Die Luftverteidigung habe elf Drohnen abgefangen. Das jemenitische Verkehrsministerium teilte mit, der Angriff mit Raketen und Drohnen habe schwere Schäden an der Hafeninfrastruktur verursacht.
Zudem bekannten sich die Huthis zu mehreren Angriffen im Jemen und in Saudi-Arabien. Demnach wurde die saudi-arabische Ölraffinerie Dschasan mit einer Drohne attackiert. Das Energieministerium in Riad bestätigte einen Brand, nannte aber keine Ursache. So warfen die Vereinigten Arabischen Emirate dem Iran am Samstag vor, ein Schiff der staatlichen Ölgesellschaft angegriffen zu haben. Saudi-Arabien schloss unterdessen einen Verteidigungspakt mit der Türkei und Pakistan. Der türkische Aussenminister Hakan Fidan erklärte, das neue Bündnis richte sich nicht gegen den Iran, sondern diene der allgemeinen Sicherheit.
Durch die Strasse von Hormus war vor der Blockade ein Fünftel der weltweiten Öl- und Flüssiggaslieferungen transportiert worden. Seit dem Angriff der USA und Israels am 28. Februar hat der Iran die Meerenge weitgehend gesperrt.
(Reuters)

