Der Swiss Market Index (SMI) verteidigt ein knappes Plus von 0,06 Prozent. Der Dax und der EuroStoxx50 notierten am Montag gegen Mittag jeweils kaum verändert bei 25.396 und 6294 Punkten. Die Futures für die wichtigsten US-Indizes lagen im Minus. «Da die heutige Agenda nur wenige neue Impulse bereithält, dürften die bestehenden Themen den Handel bestimmen», sagte Andreas Lipkow, Chefanalyst beim Broker CMC Markets. So blieben die Energiepreise, Renditen und die Entwicklung der Technologieaktien die wichtigsten Taktgeber.
Die Preise am Ölmarkt legten wieder zu, nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende die Bedingungen des Irans zur Wiederöffnung der für Öl- und Gastransporte wichtigen Strasse von Hormus abgelehnt hatte. Nordsee-Rohöl Brent und US-Leichtöl WTI verteuerten sich um jeweils rund 3,5 Prozent auf 108,03 und 95,64 Dollar je Fass (159 Liter). «Auch wenn die Aussicht auf weitere Gespräche zwischen dem Iran und den USA einen kompletten Stimmungsabbruch verhindert, dürfte die Anspannung hochbleiben», sagte Timo Emden, Chefanalyst beim Broker CapTrader.
Lage in Nahost weiter im Fokus
Die geopolitischen Risiken in der Region blieben Experten zufolge auch wegen anhaltender Angriffe der jemenitischen Huthi-Rebellen auf Saudi-Arabien hoch. «Am Ende bleibt ein nervöses Auf und Ab, und der Druck auf die Anleihekurse sowie die Inflationserwartungen dürfte bei Ölpreisen von über 100 Dollar bestehen bleiben», resümierte Jochen Stanzl, Chefanalyst der Consorsbank. Die Rohölexporte der wichtigsten Produzenten im Nahen Osten im September erholten sich zwar auf den höchsten Stand seit Kriegsbeginn im Februar, wie vorläufige Daten des Analysehauses Kpler zeigten. Grund dafür war, dass die Lieferungen durch die vom Iran weitgehend blockierte Strasse von Hormus leicht zugelegt haben. Hamad Hussain, Chefvolkswirt bei Capital Economics, zeigte sich jedoch skeptisch. «Während grössere Transportmengen durch die Strasse von Hormus den Aufwärtsdruck auf die Preise etwas dämpfen, weist der Ölmarkt insgesamt weiterhin ein Defizit auf.»
Die Erwartung, dass die erhöhten Ölpreise die Inflation nach oben treiben und damit die Zentralbanken zu Zinserhöhungen bewegen, stützte erneut die Anleiherenditen. Die Verzinsung zehnjähriger Bundesanleihen und US-Staatsanleihen mit gleicher Laufzeit stieg auf bis zu 3,649 und 5,234 Prozent. Damit erreichten sie neue 17- und 19-Jahres-Hochs.
KI-Zweifel belasten den Tech-Sektor
Bei den Einzelwerten flogen Technologiewerte erneut aus den Depots. Die Aktien von Infineon, Aixtron und Siltronic gaben zwischen rund einem und zwei Prozent nach. Der europäische Branchenindex verlor gut ein halbes Prozent. «Die angekündigte Trainingspause von OpenAI bei seinem neuesten KI-Modell wirft die Frage auf, ob sich die enorme Geschwindigkeit der vergangenen Jahre tatsächlich fortsetzen lässt», sagte CMC-Markets-Experte Lipkow. Zugleich liessen die enormen Investitionen in den Ausbau von KI-Rechenzentren erneut Zweifel aufkommen, ob sich die hohen Ausgaben schnell genug rentieren. «Genau hier könnte die nächste Phase der KI-Euphorie entschieden werden.»
Gefragt waren hingegen die Aktien britischer Hausbauer. Die Titel von Persimmon, Barratt, Taylor Wimpey und Vistry stiegen um knapp zehn bis fast 15 Prozent. Hintergrund war die Ankündigung der britischen Regierung, im Haushalt für den kommenden Monat ein neues Eigenkapitaldarlehensprogramm für Erstkäufer von Eigenheimen aufzunehmen.
(Reuters)

