Die durch den Krieg mit dem Iran gestörte Rohölproduktion am Persischen Golf wird nach Einschätzung von Goldman Sachs «einige Monate» benötigen, um weitgehend wiederhergestellt zu werden – vorausgesetzt, die Strasse von Hormus wird vollständig wieder geöffnet und es kommt zu keinen neuen Angriffen.

Im April ist die Förderung um etwa 14,5 Millionen Barrel pro Tag oder 57 Prozent gesunken, schrieben Analysten um Daan Struyven. Von dem Rückgang entfallen demnach 4 Millionen Barrel pro Tag auf Saudi-Arabien, 3 Millionen auf den Irak, 2,5 Millionen auf den Iran, 2,7 Millionen auf die Vereinigten Arabischen Emirate, 1,2 Millionen auf Kuwait und 1 Million auf Katar.

«Je länger die Meerenge faktisch geschlossen bleibt, desto länger dauern die Förderkürzungen an und desto langsamer dürfte sich die Produktion erholen», hiess es in der Goldman-Analyse. Diese Einschätzung spiegele unter anderem zusätzlichen Arbeitsaufwand an Förderanlagen, eine langsamere Beschaffung erschöpfter Materialien wie Rohre sowie Transportengpässe wider.

Gleichzeitig stütze sich die Erwartung einer soliden Erholung auf begrenzte physische Schäden an den Ölfeldern, Prognosen von Saudi Aramco über eine relativ schnelle Produktionsausweitung sowie die Möglichkeit, dass Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate freie Kapazitäten einsetzen. In einem Hochlaufszenario seien Transportkapazitäten und Förderraten zentrale Engpässe, so Goldman.

Diese hängen von der Verfügbarkeit von Pipelines, Materialien und Arbeitskräften sowie von der Komplexität der Lagerstätten ab. Die letzte Phase der Erholung «wird deutlich länger dauern und könnte sich bei einer anhaltenden Schliessung der Meerenge möglicherweise nicht vollständig realisieren».

(Bloomberg/cash)