An der Börse in Amsterdam stieg die Notierung für den richtungweisenden Erdgas-Terminkontrakt TTF zur Lieferung in einem Monat um 2,77 Prozent auf 56,31 Euro je Megawattstunde (MWh). Dies ist der höchste Stand seit dem 23. März; seit Wochenstart stieg der Erdgaspreis um rund 16 Prozent.

Die angespannte Lage im Nahen Osten bewegt die Gaspreise. Iranischen Medienberichten zufolge griff das US-Militär zwei Brücken sowie einen Flughafen im Iran an. Bei den jüngsten US-Attacken auf die Provinz Hormusgan im Süden seien die Kahurestan- und die Gariveh-Brücke auf den Verkehrsachsen der Provinz getroffen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Fars unter Berufung auf die Provinzverwaltung. Die Strassen zwischen der Hafenstadt Bandar Abbas und den Städten Chamir und Lar sei vollständig gesperrt ebenso wie eine zweite Verbindung in der Region.

«Die neuerliche militärische Schlagabtausch in den letzten Tagen hat insbesondere die Öl- und Gaspreise deutlich steigen lassen», kommentierte Norman Liebke, Rohstoffexperte bei der Commerzbank. «So kündigten nicht nur beide Seiten an, die Strasse von Hormus wieder zu schliessen, sondern der Iran drohte erneut mit einer Blockade der Strasse von Bab al-Mandab durch die verbündeten Huthi-Rebellen.»

Der Iran-Krieg und die faktische Blockade der wichtigen Handelsrouten von den Fördergebieten am Persischen Golf durch die Strasse von Hormus hatte den Gaspreis im März zeitweise auf 74 Euro je Megawattstunde getrieben. Vor dem Beginn des Iran-Kriegs lag der Preis bei etwa 31 Euro.

(AWP)