Das berichtete der Staatssender Irib. Demnach hat Teheran Vermittlern ein zehn Punkte umfassendes Forderungspapier übergeben. Teheran lehne darin einen Waffenstillstand unter Verweis auf «frühere Erfahrungen» ab - damit ist gemeint, dass sowohl die aktuellen Angriffe der USA und Israels als auch der Zwölf-Tage-Krieg im vergangenen Jahr begannen, obwohl Teheran weitere Verhandlungen mit Washington erwartet hatte.
Das Papier wiederholt demnach bekannte Positionen Irans: Der Iran fordert etwa eine dauerhafte Beendigung des Krieges, Kriegsreparationen zum Wiederaufbau sowie die vollständige Aufhebung von Wirtschaftssanktionen gegen das Land. Zudem verlangt Teheran ein verbindliches Protokoll zum Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus. Das Land hatte in den vergangenen Wochen deutlich gemacht, dass es die Kontrolle über die Passage beansprucht und ein Mautsystem für die Durchfahrt plant.
Aus pakistanischen Geheimdienstkreisen hatte es zuvor am Montag geheissen, man habe den USA und dem Iran einen Plan für eine 45-tägige Waffenruhe vorgelegt, in deren Rahmen Friedensgespräche geführt und ein endgültiges Abkommen vorgeschlagen werden solle. In den Kontakten über Nacht hätten die USA darauf bestanden, dass der Iran vor der Verkündung einer Waffenruhe die Strasse von Hormus öffne. Diese Bedingung wiederum habe Teheran zurückgewiesen.
US-Präsident Donald Trump hatte Teheran ein Ultimatum gesetzt, den Schiffsverkehr durch die wichtige Meerenge freizugeben, das in der Nacht zum Mittwoch MESZ abläuft. Trump hat dem Iran mit einer schnellen Zerstörung aller Brücken und Kraftwerke gedroht, sollte Teheran nicht rechtzeitig einlenken. Der Republikaner sagte im Weissen Haus, dass die USA nach Ablauf seines Ultimatums innerhalb von vier Stunden eine «völlige Zerstörung» herbeiführen könnten.
Trump sagte zugleich, man wolle nicht, dass das passiert. Er betonte aber zugleich: «Wir haben einen Plan.» Jedes Kraftwerk würde vom Netz gehen, brennen, explodieren und niemals mehr genutzt werden können. Man brauche eine Einigung und Teil davon müsse es sein, dass ein freier Transport von Öl durch die Strasse von Hormus wieder gewährleistet sei, betonte er.
(AWP)

