Dies betrifft Rohöl, Treibstoff ⁠und Flüssigerdgas (LNG), wie Händler am Samstag sagten. «Unsere Schiffe werden für einige Tage stillliegen», sagte ein ‌führender Manager eines grossen Handelshauses. Satellitenbilder zeigten, dass sich Schiffe vor ‌grossen Häfen wie Fudschaira in den ​Vereinigten Arabischen Emiraten stauten und die Strasse von Hormus nicht passierten.

Mehrere Schiffe in der Region haben nach Angaben eines Vertreters der EU-Marinemission Aspides eine Funkdurchsage von den iranischen Revolutionsgarden erhalten, wonach «kein Schiff die Strasse von Hormus passieren darf». Die Tankervereinigung Intertanko teilte ‌mit, die US-Marine habe vor Fahrten in der gesamten Region gewarnt – dem Persischen Golf, dem Golf von Oman, dem Nordarabischen Meer und der Strasse von Hormus – da ​sie die Sicherheit der Schifffahrt nicht garantieren könne.

Auch das griechische Schifffahrtsministerium ​riet Schiffen, die Region zu meiden. Die britische ​Marine erklärte hingegen, die Anweisungen des Irans seien nicht rechtsverbindlich, und riet den Schiffen, die Meerenge ‌mit Vorsicht zu passieren.

Rund 20 Prozent des weltweit verschifften Öls, unter anderem von den Förderländern Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, dem Irak, Kuwait und dem Iran, werden durch ​die Meerenge ​transportiert. Hinzu kommen grosse Mengen an Flüssigerdgas ⁠aus Katar. Bei 14 LNG-Tankern war bereits ​zu beobachten, dass sie langsamer ⁠fuhren, wendeten oder stoppten.

Die deutsche Container-Reederei Hapag-Lloyd teilte mit, sie setze alle Durchfahrten ‌durch die Strasse von Hormus bis auf Weiteres aus. Die französische Reederei CMA CGM wies ihre Schiffe an, einen Schutzhafen anzulaufen. Die dänische ‌Reederei Maersk teilte mit, sie stimme sich mit Sicherheitspartnern ab, man ​nehme jedoch weiterhin Fracht im Nahen Osten an.

(Reuters)