Der Iran hat die strategisch wichtige Strasse von Hormus für geschlossen erklärt. Der Kommandeur der Revolutionsgarden drohte am Montag, jedes Schiff, das die Meerenge dennoch zu passieren versuche, in Brand zu setzen. Kurz zuvor hatten iranische Medien von einem brennenden Tanker in der Meerenge berichtet. Die unter der Flagge von Honduras fahrende «Athe Nova» stehe nach einem Drohnenangriff in Flammen, hiess es unter Berufung auf die Revolutionsgarden. Den Berichten zufolge warfen die Garden der Besatzung vor, im «Einklang mit Amerika» zu handeln und Treibstoff für US-Kriegsschiffe zu liefern. Eine Stellungnahme des Eigners lag zunächst nicht vor.
Der Schiffsverkehr in der für die Weltwirtschaft zentralen Region war bereits weitgehend zum Erliegen gekommen. Jeremy Nixon, Chef der Reederei Ocean Network Express (ONE), sprach von rund 100 blockierten Containerschiffen. «Etwa zehn Prozent der weltweiten Containerflotte stecken hier fest», sagte Nixon auf einer Branchenkonferenz im kalifornischen Long Beach. Versicherer haben die Deckung für Fahrten durch die Meerenge inzwischen eingestellt.
Die Blockade ist die Reaktion auf massive Luftangriffe der USA und Israels auf den Iran, die am 28. Februar begannen. Ziel der Offensive ist unter anderem der Sturz der iranischen Führung. Als Vergeltung feuerte der Iran mehrere Raketensalven auf Nachbarstaaten ab, in denen US-Truppen stationiert sind. Dazu zählen Katar, Kuwait, Bahrain, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE), Saudi-Arabien und der Oman.
Die Strasse von Hormus ist das Nadelöhr des internationalen Ölhandels. Etwa 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls werden durch die an ihrer engsten Stelle nur 33 Kilometer breite Wasserstrasse transportiert. Die Furcht vor einem längeren Ausfall der Lieferungen liess die Ölpreise am Montag in die Höhe schnellen. Rohöl der Sorte Brent verteuerte sich zeitweise um bis zu 13 Prozent auf 82,37 Dollar je Barrel.
(Reuters)

