Eine mögliche Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran dürfte laut der kanadischen Investmentbank Royal Bank of Canada selbst im Falle einer Einigung nicht zu einer schnellen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus führen.

Eine solche Vereinbarung werde «voraussichtlich nicht zu einer sofortigen Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs und zu umfangreichen Produktionsneustarts führen», schrieben Analysten um Helima Croft von RBC Capital Markets.

Stattdessen würde ein entsprechender Schritt nach aktuellen Schätzungen bedeuten, dass während einer möglichen 30-tägigen Verhandlungsphase weitere 450 Millionen Barrel Rohöl und Raffinerieprodukte ausfallen.

Während Schlagzeilen über ein mögliches Ende des Konflikts die Futures-Preise dämpfen, behindern sie zugleich «die notwendige Nachfragereduktion, um die gewaltige Angebotsstörung vor dem Sommer auszugleichen».

Die USA und der Iran haben sich am Mittwoch einem neuen Vorschlag zur Beendigung des Kriegs angenähert, während Präsident Donald Trump nach einem Ausweg aus dem Konflikt sucht, der die Energiepreise in die Höhe getrieben und seine politische Position geschwächt hat.

Washington hat laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Person, die wegen der Sensibilität der Informationen anonym bleiben wollte, eine kompakte Absichtserklärung vorgelegt. Diese sieht vor, die Strasse von Hormus schrittweise wieder zu öffnen und die amerikanische Blockade iranischer Häfen aufzuheben.

Detaillierte Verhandlungen über das iranische Atomprogramm sollen erst später im Prozess folgen. Eine Einigung sei bislang nicht erzielt worden, so der Insider.

Brent-Öl kostete am Donnerstagmorgen 101,91 Dollar und damit 0,6% mehr als am Vorabend. Am Mittwoch war der Preis des Nordsee-Öls um 7,8 Prozent gefallen, nach einem Minus von 4% am Dienstag.

(Bloomberg)

Bloomberg
BloombergMehr erfahren