Laut einer Kpler-Analyse vom Montag reichen die ungenutzten Lagerkapazitäten der Islamischen Republik nur noch für etwa 12 bis 22 Tage. Dadurch wachse die Wahrscheinlichkeit, dass der Iran seine tägliche Förderung bis Mitte Mai um weitere 1,5 Millionen Barrel reduzieren muss.

Bereits zuvor hatte der Iran seine tägliche Rohölproduktion um bis zu 2,5 Millionen Barrel verringert, wie Goldman Sachs in der vergangenen Woche angegeben hatte. Auch andere Produzenten in der Region – darunter Saudi-Arabien, Irak, Kuwait und die Vereinigten Arabischen Emirate – haben ihre Förderung seit Ausbruch des Konflikts am 28. Februar reduziert. Trotz dieser angespannten Lage dürfte sich der finanzielle Druck auf Teheran laut Kpler erst mit Verzögerung vollständig bemerkbar machen.

Die Rohölexporte des Iran sind seit Anfang April deutlich zurückgegangen, nachdem US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade iranischer Häfen angeordnet hat. Mit dem Rückgang des Schiffsverkehrs durch die Strasse von Hormus sind die Ausfuhren zuletzt auf rund 567'000 Barrel pro Tag gefallen, so Kpler. Im März hatten sie noch bei durchschnittlich etwa 1,85 Millionen Barrel täglich gelegen.

Die Auswirkungen auf die Einnahmen treten jedoch verzögert ein und werden laut Kpler erst in drei bis vier Monaten sichtbar. Ein Grund dafür sind die langen Transport- und Zahlungszyklen: Iranische Rohöllieferungen benötigen in der Regel rund zwei Monate bis zu einigen chinesischen Häfen, dem wichtigsten Zielmarkt, wobei häufig intransparent organisierte Wege genutzt werden, um Sanktionen zu umgehen. Anschliessend haben Käufer weitere zwei Monate Zeit, um ihre Zahlungen zu leisten.

Kpler zufolge wurden bislang keine Tanker beobachtet, die die US-Seeblockade im Bereich der Strasse von Hormus erfolgreich umgehen konnten. Seit Inkrafttreten der Blockade sei die Verladung iranischen Rohöls auf Tanker um etwa 70 Prozent eingebrochen, so die Analysten.

(Bloomberg/cash)