Israel hält ungeachtet des von US-Präsident Donald Trump in Aussicht gestellten raschen Endes des Krieges mit dem Iran am Sturz der Führung der Islamischen Republik fest. «Unser Bestreben ist es, das iranische Volk dazu zu bringen, das Joch der Tyrannei abzuwerfen», teilte Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Dienstag mit. Es bestehe kein Zweifel, dass Israel der Führung mit den bisherigen Massnahmen die «Knochen bricht». «Wenn wir gemeinsam mit dem iranischen Volk Erfolg haben, werden wir ein dauerhaftes Ende herbeiführen.» Trump hatte am Montag dem US-Sender CBS gesagt, er halte den Krieg «für so gut wie beendet» und hat damit weltweit ein Sinken der Ölpreise und Aufatmen an den Börsen ausgelöst.
Die Revolutionsgarden im Iran erklärten am Dienstag, Trumps einseitige Ankündigung eines baldigen Endes der Kämpfe sei Unsinn: «Wir sind diejenigen, die bestimmen werden, wann dieser Krieg endet.» Sie würden Ölexporte aus der Region verhindern, falls die amerikanischen und israelischen Angriffe anhielten. Trump reagierte darauf mit einer Warnung auf seinem Kurznachrichtendienst Truth Social: «Falls der Iran irgendetwas unternimmt, was den Ölfluss durch die Strasse von Hormus stoppt, werden sie von den Vereinigten Staaten von Amerika ZWANZIG MAL STÄRKER getroffen werden als bislang.» Die Meerenge Strasse von Hormus zwischen dem Iran und der arabischen Halbinsel ist von entscheidender Bedeutung für die Ölexporte der Golfstaaten.
Der weltgrösste Exporteur von Öl, der saudi-arabische Konzern Saudi Aramco, warnte am Dienstag vor katastrophalen Konsequenzen, falls die Meerenge geschlossen bleibe. Am Montag hatte die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters, Ajatollah Ali Chamenei, zunächst die Hoffnungen auf ein rasches Ende des Krieges gedämpft. Dies trieb die Ölpreise nach oben und schickte die Aktienmärkte auf Talfahrt. Die Stimmung an den Märkten drehte sich jedoch, nachdem Trump bei CBS ein baldiges Kriegsende in Aussicht stellte. Zudem gab es Berichte über eine mögliche Lockerung der Sanktionen gegen den russischen Energiesektor.
Wie Trump ein rasches Ende des Krieges erreichen will, blieb zunächst unklar. Er lehnt bislang Verhandlungen mit dem neuen Oberhaupt der Islamischen Republik ab. Zudem hat er bereits früher angekündigt, der Krieg könne nur mit einer kooperativen iranischen Regierung enden.
(Reuters)

