Der iranische Parlamentssprecher Baker Kalibaf kündigte am Sonntag im Staatsfernsehen Vergeltung an. ⁠US-Präsident Donald Trump und Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hätten eine rote Linie überschritten. Dafür würden sie bezahlen.

Der Iran werde Chameneis ‌Kurs fortsetzen. US-Präsident Trump warnte den Iran umgehend auf seiner Plattform ‌Truth Social. Die Vereinigten Staaten würden den Iran ​mit einer noch nie dagewesenen Härte treffen, erklärte Trump. Der Iran habe angekündigt, «dass er heute sehr hart zuschlagen wird, härter als jemals zuvor.» Davon sollte das Land aber besser Abstand nehmen. «Denn wenn sie es tun, werden wir sie mit einer noch nie dagewesenen Wucht treffen!»

Israel und die USA ‌hatten am Samstag mit einem Angriff auf den Iran begonnen. Dieser wurde nach israelischen Angaben am Sonntag fortgesetzt. Der Iran reagierte auf den Beschuss seinerseits mit Raketenangriffen auf Israel und mindestens sieben andere Staaten, ​darunter Länder mit US-Militärstützpunkten. Am Sonntagmorgen wurde in Israel wiederholt Luftschutzalarm ausgelöst, in ​Tel Aviv waren mehrere Explosionen zu hören. Auch aus ​Dubai und Doha wurden erneut Explosionen gemeldet.

Mit der Offensive solle eine Sicherheitsbedrohung für die USA beendet werden, hatte Trump erklärt. ‌Zudem solle sie den Iranern die Chance geben, ihre Regierung zu stürzen. Er warf dem Iran vor, bei den jüngsten Verhandlungen über das iranische Atomprogramm nicht zu einem Abkommen bereit gewesen zu sein. ​Der Angriff ​ereignete sich nur wenige Tage nach der ⁠dritten Runde indirekter Verhandlungen zwischen den USA und der Islamischen Republik.

Staatliche ​Medien im Iran bestätigten ⁠den Tod des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei. Er sei am frühen Samstagmorgen ums Leben gekommen. Seine ‌Tochter, sein Enkelkind sowie Schwiegertochter und Schwiegersohn seien ebenfalls getötet worden. Insidern zufolge sind auch Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh und der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, ums Leben gekommen.

‌Experten zufolge ist der Tod Chameneis und anderer Vertreter der iranischer Führungsriege zwar ​ein schwerer Schlag für das Land. Dies bedeute aber nicht unbedingt das Ende der Klerikerherrschaft im Iran oder des Einflusses der Revolutionsgarden auf die Bevölkerung. Im Iran wurde eine 40-tägige Staatstrauer ausgerufen.

(Reuters)