«Selbstverständlich wären wir nicht dafür», sagte Wirtschaftsminister Giancarlo Giorgetti am Mittwoch nach einer Kabinettssitzung in Rom. Die Expansionspläne von UniCredit in Deutschland bewerte er jedoch grundsätzlich positiv, fügte Giorgetti hinzu. Es handle sich um ein ehrgeiziges Projekt mit einer wichtigen wirtschaftlichen Grundlage.
UniCredit ist bereits der grösste Aktionär der Commerzbank und bereitet ein Übernahmeangebot vor. Mit der Offerte wollen die Italiener ihren Anteil von knapp unter 30 Prozent wenigstens etwas darüber heben. Die Commerzbank pocht auf ihre Eigenständigkeit und wird dabei von der Bundesregierung unterstützt. Unter anderem hatte der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Armand Zorn, gefordert, dass im Falle einer Übernahme durch die UniCredit der Hauptsitz des neuen Instituts in Deutschland sein müsse.
Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp machte in einer Video-Botschaft an die Beschäftigten ihren Standpunkt am Mittwoch nochmals deutlich: «Unter dem Strich sehen wir keinen überzeugenden Plan für einen Zusammenschluss.» Die von UniCredit-Chef Andrea Orcel skizzierten Vorteile einer Fusion blieben vage. «Es ist bemerkenswert, dass UniCredit über 18 Monate gebraucht hat, um einen Plan vorzulegen, der die zentralen Treiber unseres Geschäftsmodells nicht erfasst.»
Orcel hatte dem Frankfurter Institut in seiner jetzigen Form die Zukunftsfähigkeit abgesprochen und eine Strategie vorgestellt, mit der der Nettogewinn der Commerzbank deutlich gesteigert werden könne.
(Reuters)

