Alibaba-Mitgründer Jack Ma kaufte in den letzten Tagen Aktien im Wert von über 600 Millionen Hongkong-Dollar (76,5 Millionen Dollar oder 61,6 Millionen Franken), wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person mitteilte, die anonym bleiben wollte. Ma schloss sich damit Alibaba-Präsidenten Joe Tsai und dem CEO Eddie Wu an, die zusammen Aktien im Wert von mindestens 25 Millionen Dollar erwarben.

Mas überraschender Schritt verhalf der Alibaba-Aktie am Mittwoch zu einem leichten Kursanstieg von bis zu 3,2 Prozent. Damit konnte sie einen Teil der Verluste der Woche wieder wettmachen, nachdem Alibaba mit der grössten Kapitalerhöhung in Hongkong 80 Milliarden Hongkong-Dollar eingenommen hatte. Dies signalisiert die Entschlossenheit des Unternehmens, enorme Summen zu investieren, um die globale KI-Führungsposition zu übernehmen.

Der grosse Aktienverkauf hatte zuvor Besorgnis über die sinkende Rentabilität von Alibaba ausgelöst, da das Unternehmen die Unternehmenskassen für den Ausbau der KI-Infrastruktur und -Dienstleistungen in China nutzt. Ma, der massgeblich dazu beigetragen hat, ein kleines E-Commerce-Unternehmen, das er von seiner Wohnung aus betrieb, zu einem der mächtigsten Technologiekonzerne Chinas zu machen, hat in den letzten Jahren eine aktivere Rolle bei der Unterstützung des Unternehmens übernommen.

Chinas E-Commerce-Marktführer hat in diesem Jahr seine Position als globaler Vorreiter im Bereich der künstlichen Intelligenz gefestigt, nachdem sein Flaggschiffprodukt Qwen zur weltweit beliebtesten Modellfamilie avancierte. Die Finanzierungsrunde dieser Woche unterstreicht Alibabas Bestreben, chinesische Konkurrenten wie Tencent und ByteDance im Wettlauf um die Vorherrschaft in der KI-Entwicklung zu übertrumpfen. Das Unternehmen hat Vermögenswerte veräussert und sich verpflichtet, in den nächsten drei Jahren mehr als 380 Milliarden Yuan (56,5 Milliarden US-Dollar) in KI zu investieren – von Chips und Rechenzentren bis hin zur Entwicklung von Modellen für grosse Sprachen.

Doch die konzentrierten Bemühungen, Anthropic und OpenAI herauszufordern, schmälern bereits die Gewinnmargen, während die schwache Binnennachfrage das Kerngeschäft im Online-Handel belastet. Das Unternehmen erhöhte seine Investitionen im Juni-Quartal auf fast 10 Milliarden US-Dollar und erklärte, den Fokus auf langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu legen.

Letzte Woche betonte Wu, dass sich Alibabas Investitionen auszahlen. Das Unternehmen erwartet für dieses Quartal einen annualisierten Umsatz mit KI-Produkten von fast 10 Milliarden US-Dollar, gegenüber rund 7,3 Milliarden US-Dollar im Zeitraum April bis Juni. Führungskräfte gaben damals an, dass das Unternehmen seine gesamten KI-Investitionen innerhalb von drei Jahren amortisieren könne. 

(Bloomberg/cash)

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