Führende japanische Regierungsvertreter haben am Montag Spekulationen über eine bevorstehende gemeinsame Intervention mit den USA am Devisenmarkt neue Nahrung gegeben. Man stehe in enger Abstimmung mit den US-Behörden, sagte der für internationale Angelegenheiten zuständige Vertreter des Finanzministeriums, Atsushi Mimura. Finanzministerin Satsuki Katayama erklärte, die Regierung beobachte den Devisenmarkt «mit einem Gefühl der Dringlichkeit».
Die Äusserungen folgen auf Berichte, wonach die New Yorker Federal Reserve am Freitag sogenannte «Rate Checks» vorgenommen habe, was den Yen bereits stark hatte ansteigen lassen. Beide Regierungsvertreter lehnten es jedoch ab, die Berichte oder die Möglichkeit einer koordinierten Intervention zu kommentieren. Bei «Rate Checks» fragen Notenbanken bei Händlern die aktuellen Kurse ab. Dies wird an den Finanzmärkten oft als Vorstufe für ein Eingreifen am Devisenmarkt gewertet, um eine Währung zu stützen oder zu schwächen.
Eine gemeinsame Intervention Japans und der USA wäre die erste seit 15 Jahren. Eine Beteiligung der Vereinigten Staaten an Devisenmarktinterventionen ist äusserst selten. Zuletzt war dies im März 2011 der Fall, als die USA sich an konzertierten Aktionen zur Schwächung des Yen nach einem schweren Erdbeben in Japan beteiligten. Grundlage für eine mögliche Zusammenarbeit ist eine gemeinsame Erklärung vom September des Vorjahres. Darin bekannten sich beide Länder zu marktbestimmten Wechselkursen, vereinbarten aber, dass Interventionen zur Bekämpfung übermässiger Kursschwankungen vorbehalten sein sollten.
Der Yen-Kurs stieg zuletzt auf ein Dreimonatshoch zum Dollar. Dafür sorgten etwa steigende Renditen für japanische Staatsanleihen. Dadurch zogen japanische Investoren Kapital aus den USA ab und schichteten es in heimische Märkte um. Die Rendite von Staatsanleihen mit sehr langen Laufzeiten von 30 bis 40 Jahren stieg zeitweise deutlich über vier Prozent. «Der Grund hierfür dürfte vor allem in der Sorge über eine zu lockere Haushaltspolitik liegen, da in Japan bald Neuwahlen bevorstehen», sagte Commerzbank-Experte Erik Liem.
(Reuters)

