Die japanische Regierung stellte am Montag sowohl direkte Eingriffe am Devisenmarkt als auch ‌eine baldige ⁠Zinserhöhung in Aussicht. Die Behörden müssten möglicherweise «entschlossene» Schritte ergreifen, wenn die spekulativen Bewegungen am ⁠Währungsmarkt anhielten, sagte Vize-Finanzminister Atsushi Mimura. Dies ist die bisher schärfste Warnung und das erste Mal, ‌dass der oberste Währungsdiplomat des Landes diesen Begriff verwendete. ‌Das wird von Händlern als Signal für ​eine Interventionsbereitschaft gewertet. Der Yen war zuvor auf den niedrigsten Stand seit Juli 2024 gefallen und hatte die psychologisch wichtige Marke von 160 zum Dollar durchbrochen.

Die schwache Währung ruft nun auch die Ratingagentur S&P auf den Plan. Sie warnte ‌Japan für den Fall einer weiteren deutlichen Yen-Schwäche mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit. Vorerst bestätigte S&P zwar die Bonitätsnote «A+/A-1» für die japanischen Staatsanleihen. Diese könnte jedoch herabgestuft werden, ​sollte das Wirtschaftswachstum anhaltend hinter dem anderer Industrieländer zurückbleiben oder ​der Yen weiter an Wert verlieren. Die Industriestaaten-Organisation ​OECD traut der nach den USA, China und Deutschland viertgrössten Volkswirtschaft der Welt sowohl in diesem ‌als auch im kommenden Jahr ein Wachstum von jeweils 0,9 Prozent zu. 2025 hatte es noch zu einem Plus von 1,2 Prozent gereicht.

Zentralbankchef Kazuo Ueda deutete ​seinerseits eine ​mögliche Zinserhöhung in den kommenden Monaten ⁠an. Die Notenbank werde die Entwicklung des Yen genau ​beobachten, da sie ⁠die Wirtschaft und die Preise beeinflusse, sagte er im Parlament. Die Notenbank hatte erst ‌im Dezember ihren Leitzins auf 0,75 Prozent angehoben, den höchsten Stand seit 30 Jahren. Ökonomen von JPMorgan rechnen mit einer weiteren Zinserhöhung ‌auf der nächsten Sitzung im April. Die Rendite für die ​zehnjährige Staatsanleihe stieg zuletzt auf ein 27-Jahres-Hoch, was die Zinskosten für den stark verschuldeten Staat nach oben treiben dürfte.