Finanzministerin Satsuki Katayama kündigte am Freitag an, die Pensionsfonds zu «wesentlich grösseren Investitionen in japanische Finanzanlagen» zu bewegen. Die Aussicht, dass Milliarden aus dem Ausland zurück nach Japan fliessen könnten, sorgte an den Märkten umgehend für Auftrieb. Der seit Monaten unter Druck stehende Yen legte deutlich zu, während die Renditen für zehnjährige Staatsanleihen den stärksten Rückgang seit einem Monat verzeichneten.
Im Fokus der Ankündigung steht der Government Pension Investment Fund (GPIF). Er ist der weltgrösste Pensionsfonds und verwaltete Ende März ein Vermögen von 293,6 Billionen Yen, umgerechnet etwa 1,6 Billionen Euro. Jede Änderung seiner Anlagestrategie hat weitreichende Folgen für die globalen Finanzmärkte. Die Regierung von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi sucht händeringend nach Wegen, die Stabilität der Märkte zu sichern. Der schwache Yen, der zuletzt ein 40-Jahres-Tief erreichte, verteuert die Importe. Gleichzeitig sind die Anleihemärkte wegen der hohen Staatsausgaben und nur zögerlicher Zinserhöhungen durch die Zentralbank nervös.
Der Fonds selbst lehnte eine Stellungnahme zu den Äusserungen der Ministerin ab. Ein Sprecher sagte, das Portfolio sei darauf ausgerichtet, die Anlageziele langfristig und mit dem geringstmöglichen Risiko zu erreichen. Bislang investiert der Fonds sein Kapital zu je einem Viertel in heimische Aktien, ausländische Aktien, heimische Anleihen und ausländische Anleihen.
Bei der letzten grossen Überprüfung im Jahr 2020 hatte der GPIF seinen Anteil an ausländischen Anleihen noch auf Kosten der heimischen Papiere erhöht. Eine Umkehr dieser Strategie wäre eine bedeutende Wende in der japanischen Finanzpolitik.
(Reuters)

