Die japanischen Exporte sind im vergangenen Jahr trotz hoher US-Zölle gewachsen. Sie legten um 3,1 Prozent im Vergleich zu 2024 zu, ‌wie aus ‌den am Donnerstag veröffentlichten Regierungsdaten jervorgeht. Die Importe legten um 0,3 Prozent zu, was zum Teil auf niedrigere Energiepreise zurückzuführen ist. Damit verringerte sich das japanische Handelsdefizit um 52,9 Prozent ​auf 2,7 Billionen Yen (rund 14,5 Milliarden Euro).

Die schwächer ‌als erwartet ausgefallenen Auswirkungen der im vergangenen ‌Jahr auf 15 Prozent angehobenen US-Zölle veranlassten die japanische Regierung, ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes im März endende Fiskaljahr heraufzusetzen - von 0,7 auf 1,1 Prozent. Vor dem Hintergrund der nachlassenden Handelssorgen hatte die japanische Zentralbank im Dezember ihren Leitzins ⁠auf 0,75 Prozent angehoben, den höchsten Stand seit 30 Jahren. Es wird erwartet, dass sie Notenbank auf ihrer am Freitag endenden zweitägigen Sitzung ihre Bereitschaft zu weiteren Zinserhöhungen signalisieren ​wird.

Zuletzt zeigte der Trend bei den Exporten nach oben: ‌Im Dezember wuchsen sie bereits den vierten Monat ‍in Folge, und zwar um 5,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Analysten hatten allerdings mit einem ​Plus von 6,1 Prozent gerechnet. Dass dies verfehlt wurde, liegt an dem schwächelnden US-Geschäft. Die Lieferungen in die weltgrösste Volkswirtschaft brachen um 11,1 Prozent ein, nachdem sie im ‌November erstmals seit acht Monaten wieder zugelegt hatten. «Der ⁠vorübergehende Schub durch die geringere Unsicherheit nach dem Handelsabkommen ‌mit Washington ist weitgehend verpufft», sagte der Ökonom Koki Akimoto vom Daiwa Institute of Research. «Von nun an ‍werden wir die längerfristigen Auswirkungen der Zölle stärker sehen.»

Die Nachfrage nach japanischen Waren in anderen Regionen blieb hingegen robust. Die Ausfuhren nach Asien ​stiegen um 10,2 Prozent, angetrieben von einer starken Nachfrage nach ‍Chips und Elektronik für Rechenzentren im Zuge des Booms bei Künstlicher Intelligenz. Die Exporte nach China legten um 5,6 Prozent zu. 

(Reuters)