Die japanische Notenbank Bank of Japan (BOJ) hat ihre Leitzinsen unverändert gelassen und angesichts angehobener Konjunktur- und ‌Inflationsprognosen ‌ihre Zuversicht für die weitere wirtschaftliche Entwicklung signalisiert. Die Währungshüter beliessen den Leitzins bei 0,75 Prozent, teilten sie am Freitag mit. Der ​Schritt war weithin erwartet worden, nachdem die ‌BOJ den Zins erst ‌im Dezember von 0,50 Prozent angehoben hatte. In ihrem Quartalsbericht hob sie ihre Wachstumsprognose für die Fiskaljahre 2025 und 2026 an. Zudem rechnet sie für das Fiskaljahr 2026 nun mit ⁠einer Kerninflation von 1,9 Prozent statt wie bisher mit 1,8 Prozent. Die Notenbank bekräftigte zudem ihr Versprechen, die Zinsen weiter anzuheben, ​sollten sich Wirtschaft und Preise wie erwartet entwickeln.

Die ‌Entscheidung der Notenbank wird durch ‍die von Ministerpräsidentin Sanae Takaichi ausgerufenen Neuwahlen erschwert, die zu neuer Volatilität an ​den Märkten geführt haben. Die Währungshüter wollen einerseits mit einer straffen Geldpolitik den Yen stützen, wollen jedoch andererseits die Renditen für ‌Staatsanleihen nicht weiter in die Höhe ⁠treiben. Takaichis Pläne für ein Konjunkturpaket ‌und die Aussetzung der Mehrwertsteuer auf Lebensmittel schüren die Furcht vor einer zusätzlichen Schuldenaufnahme, ‍was die Anleiherenditen in die Höhe getrieben hat. Die BOJ hatte 2024 eine geldpolitische Wende vollzogen und ​nach Jahren des Kampfes gegen die Deflation ‍die Zinsen mehrfach angehoben sowie ihre Anleihekäufe zurückgefahren.

(Reuters)