Die japanische Notenbank stellt trotz der erwarteten Konjunktureintrübung infolge des Iran-Krieges weitere Zinserhöhungen in Aussicht. «Sollten sich unsere ‌Wirtschafts- ⁠und Preisprognosen bewahrheiten, werden wir die Zinsen wahrscheinlich weiter anheben», ⁠teilten die Währungshüter am Freitag in Tokio mit. Höhere Ölpreise aufgrund des Iran-Krieges stellten ‌zwar ein Risiko für das Wirtschaftswachstum dar. ‌Sie könnten aber auch ​die Inflation anheizen, sagte der für die Geldpolitik verantwortliche Notenbank-Direktor Koji Nakamura im Parlament.

Die Äusserungen schürten die Erwartungen an den Finanzmärkten, dass die Zentralbank bereits in diesem Monat die Zinsen erneut anheben ‌könnte. Die Stimmung in der Wirtschaft hat sich jedoch stark eingetrübt. Einer am Freitag veröffentlichten Umfrage des Forschungsinstituts Teikoku Databank zufolge verschlechterte ​sich die Stimmung im März erstmals seit September 2023 ​in allen zehn untersuchten Branchen. ​Als Grund wurden die steigenden Treibstoffkosten genannt. Eine weitere Umfrage zeigte eine Verlangsamung ‌des Wachstums im Dienstleistungssektor und die geringste Zuversicht seit der Corona-Pandemie im Jahr 2020.

Die japanische Notenbank hatte 2024 ihre ultralockere Geldpolitik nach ​einem ​Jahrzehnt beendet. Seitdem hob sie ⁠die Zinsen mehrfach an, zuletzt im ​vergangenen Dezember auf 0,75 Prozent. ⁠Dies ist der höchste Stand seit 30 Jahren. Notenbankchef Kazuo ‌Ueda hat weitere Schritte an die Bedingung geknüpft, dass die Inflation nachhaltig das Ziel von zwei Prozent ‌erreicht. Die starke Abhängigkeit Japans von Energieimporten aus ​dem Nahen Osten macht die Wirtschaft anfällig für die Folgen des Iran-Krieges.