Dies ging aus der ⁠am Montag veröffentlichten Zusammenfassung der Zinssitzung der Bank of Japan (BOJ) vom Juli hervor. Die ‌Äusserungen untermauern die Argumente für eine Zinsanhebung ‌bereits im September. «Da wir dem Risiko ​eines Überschiessens der Inflation mehr Aufmerksamkeit schenken müssen als zuvor, könnte das Tempo der Zinserhöhungen schneller sein, als die Märkte erwarten», sagte ein Währungshüter. Ein weiteres Mitglied erklärte, das Risiko des Abwartens sei ‌nicht mehr vernachlässigbar. Die Notenbank müsse das Tempo bei der Anpassung der geldpolitischen Lockerung beschleunigen.

Viele Mitglieder des Führungsgremiums warnten davor, dass die Teuerungsrate ​das Ziel von zwei Prozent übertreffen könnte. Als Gründe ​nannten sie steigende Importkosten durch ​den schwachen Yen, Preisdruck durch eine starke Nachfrage im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) sowie ‌hohe Treibstoffkosten infolge des Nahostkonflikts. Der Fokus der Geldpolitik habe sich von der Ankurbelung der Inflation hin zur Verhinderung eines Überschiessens verlagert, erklärte ​ein ​Mitglied. Zwei weitere Stimmen forderten der ⁠Zusammenfassung zufolge eine zügige Anhebung der Zinsen, ​um den Inflationsrisiken zu ⁠begegnen und den Leitzins näher an ein für die Wirtschaft ‌neutrales Niveau heranzuführen. Die Protokollnotizen decken sich mit den Aussagen von BOJ-Gouverneur Kazuo Ueda nach der Juli-Sitzung. Damals hatte ‌die Zentralbank die Zinsen zwar unverändert gelassen, jedoch eine ​hohe Wahrscheinlichkeit für eine Anhebung im September in Aussicht gestellt.

(Reuters)