Angesichts des schwachen Yen und des anhaltenden Preisdrucks warnten einige Mitglieder vor der Gefahr, ins Hintertreffen zu geraten, wie aus der am Montag veröffentlichten Zusammenfassung der Meinungen der Januar-Sitzung hervorging. Die Diskussion unterstreicht die zunehmend straffe Haltung im neunköpfigen Gremium. Ein Mitglied mahnte zudem, die Bank müsse die realen Zinsen weiter aus dem negativen Bereich holen.
Die BOJ hatte den Leitzins auf der Sitzung am 22. und 23. Januar bei 0,75 Prozent belassen. Ein Währungshüter betonte nun jedoch, dass eine rechtzeitige Anhebung der einzige Weg sei, um dem schwachen Yen und steigenden Anleiherenditen zu begegnen. Da die Bekämpfung der steigenden Preise oberste Priorität habe, dürfe die Bank nicht zu viel Zeit mit der Prüfung der Auswirkungen verstreichen lassen. An den Märkten wird derzeit mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent damit gerechnet, dass die Zinsen bis April auf 1,0 Prozent steigen.
Die politische Brisanz der Währungsschwäche wurde unterdessen durch eine Klarstellung der Regierung deutlich. Ein Sprecher trat am Montag dem Eindruck entgegen, Ministerpräsidentin Sanae Takaichi habe in einer Wahlkampfrede die Vorteile des schwachen Yen betont. «Die Ministerpräsidentin hat die Ansicht geäussert, dass wir eine Wirtschaftsstruktur aufbauen wollen, die gegenüber Wechselkursschwankungen widerstandsfähig ist», sagte der stellvertretende Kabinettschef Masanao Ozaki am Montag während einer regulären Pressekonferenz. Takaichi hatte den Kursverfall zuvor als «grosse Chance» für die Exportwirtschaft bezeichnet, erklärte jedoch später, sie habe keine Präferenz hinsichtlich der Entwicklung des Yen. Ein schwacher Yen gilt jedoch als politisch heikel, da er die Importe verteuert und damit die Lebenshaltungskosten der Haushalte in die Höhe treibt.
(Reuters)

