Über mögliche Zugeständnisse bei der Übernahme von MediaMarkt-Saturn-Mutter Ceconomy durch JD.com informierte die EU-Kommission am Donnerstag in einer Mitteilung. Es blieb indes offen, welche Offerten der Konzern im Detail unterbreitet, um Bedenken der EU-Kommission auszuräumen und doch noch grünes Licht für die Transaktion zu bekommen. Ein Sprecher des Konzerns wollte sich dazu nicht äussern.
Die EU-Behörde verdächtigt den chinesischen Konzern, die Übernahme mit Hilfe staatlicher Beihilfen stemmen zu wollen. Die Brüsseler Behörde hatte JD.com im Rahmen ihrer Untersuchung bereits ihre Beschwerdepunkte zukommen lassen. JD.com könnte von staatlichen chinesischen Stellen danach unzulässige Subventionen erhalten haben. Dies könnte den Wettbewerb auf dem EU-Binnenmarkt nach dem Zusammenschluss verzerren. Konkret gehe es um vergünstigte Finanzierungen, steuerliche Vergünstigungen und Zuschüsse. Das Verfahren basiert auf der EU-Verordnung über drittstaatliche Subventionen. JD.com hat die Möglichkeit, auf die Vorwürfe zu reagieren und gegebenenfalls Zusagen anzubieten. Die Brüsseler Behörde hatte im Mai 2026 eine vertiefte Prüfung der Übernahme eingeleitet. Die vorläufige Frist für eine Entscheidung läuft bis zum 2. Oktober 2026.
Die Volksrepublik hat die Untersuchung scharf kritisiert. Die EU-Kommission greife dabei zu einseitigen Massnahmen. Bleibe sie dabei, werde China zurückschlagen, hatte das Justizministerium am Mittwoch gedroht.
JD.com will mit der Übernahme der Holding Ceconomy, der Muttergesellschaft der Elektronikhandelsketten MediaMarkt und Saturn, in Europa wachsen. Der Konzern würde durch den Zukauf Zugriff auf grosse Online-Shops, deren Daten und Technik sowie über 1000 Filialen erhalten. JD.com will die Düsseldorfer Holding im Fall einer genehmigten Übernahme von der Börse nehmen. Ceconomy wird bei der Transaktion mit rund 2,2 Milliarden Euro bewertet.
(Reuters)

