«Das würde 80 Prozent der Amerikaner den Zugang zu Krediten verwehren, und zwar zu ihren finanziellen Reserven», sagte JPMorgan-Chef Jamie Dimon am Mittwoch auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos. Er gilt als einer der einflussreichsten Banker der Wall Street. Dimon argumentierte, die von Trump geforderte einjährige Begrenzung der Kreditkartenzinsen auf zehn Prozent würde vielen Verbrauchern den Zugang zu wichtigen Krediten praktisch versperren. Dimon sprach in dem Zusammenhang von einer «wirtschaftlichen Katastrophe».
Trump, der unter Druck steht, die Sorgen vieler Amerikaner über die steigenden Lebenshaltungskosten im Vorfeld der im November anstehenden Kongresswahlen zu zerstreuen, hatte die Zinsbegrenzung Anfang des Monats gefordert. Der private Verbrauch gilt als Triebfeder der US-Wirtschaft, wobei sich Amerikaner vielfach Konsumgüter auf Pump finanzieren. In seiner Rede auf dem WEF forderte der US-Präsident den US-Kongress auf, eine Deckelung der Kreditkartenzinsen bei zehn Prozent für ein Jahr zu beschliessen.
Banken bangen um lukratives Geschäft
Kreditkarten generieren hohe Renditen für Banken, die hohe Dispo-Zinsen verlangen, um das grössere Ausfallrisiko bei unbesicherten Kreditkartenkrediten auszugleichen. Der durchschnittliche Zinssatz lag im November laut Angaben der US-Notenbank bei 20,97 Prozent. Trump sagte, bei Kreditkartenunternehmen seien Gewinnspannen von über 50 Prozent drin. Sie würden wiederum den Kreditkarteninhabern Zinsen in Höhe von «28 Prozent, 30 Prozent, 31 Prozent oder gar 32 Prozent» aufbrummen.
Die Electronic Payments Coalition, ein Verband von Finanzinstituten und Kartennetzwerken warnt, dass bis zu 88 Prozent der bestehenden Kreditkartenkonten bei einer Begrenzung auf zehn Prozent geschlossen oder stark eingeschränkt würden. Besonders betroffen wären Kreditnehmer mit geringer Bonität. Zugleich argumentierten die Kreditgeber, dass eine solche Begrenzung für die meisten Kreditnehmer zu höheren Jahresgebühren, geringeren Kreditkartenprämien und höheren monatlichen Kontogebühren führen würde. Laut Analysten erfordert eine solche Massnahme ein Gesetz und habe aufgrund der Uneinigkeit zwischen Demokraten und Republikanern nur geringe Erfolgsaussichten.
(Reuters)

