Neues Allzeithoch an der Börse für Julius Bär. Am Mittwochmorgen legen die Aktien der Privatbank zeitweise um 0,78 Prozent auf 67,30 Franken zu und markieren damit ein neues Rekordhoch. Gleichzeitig gewinnt der Swiss Performance Index 0,67 Prozent auf 18'527 Punkte. Damit kann Julius Bär seit Jahresbeginn ein Kursplus von 7 Prozent verbuchen, auf 52-Wochen-Sicht sogar eines von 15,1 Prozent.

Rückenwind erhält die Aktie von einer Kurszielerhöhung durch JP Morgan. Die US-Investmentbank hebt das Kursziel auf 75 von 72 Franken an und bestätigt die Einstufung «Overweight». Analyst Kian Abouhossein rechnet damit, dass das Jahr 2025 für die Bank ein Übergangsjahr gewesen sein dürfte. Danach dürfte sich der Fokus auf den nächsten strategischen Zyklus 2026 bis 2028 richten. Der nächste Schritt sei der Abschluss des Finma-Verfahrens, dessen Zeitplan allerdings nicht in der Hand von Julius Bär liege. Bis zu diesem Abschluss dürfte auch kein weiteres Aktienrückkaufprogramm angekündigt werden - das könne dann jedoch mit dem 4-Monats-Update oder den Halbjahreszahlen der Fall sein. Die EPS-Schätzungen bis 2028 erhöht der Experte um durchschnittlich 3 Prozent.

Von den insgesamt 23 bei Bloomberg erfassten Analysten vergeben acht eine Kaufempfehlung, 12 raten zum Halten und drei zum Verkauf. Das durchschnittliche Kursziel für 12 Monate liegt bei 63,19 Franken.

Zusätzlich zum mehrheitlich positiven Analystenkonsens dürften Anleger auch die heute Morgen kommunizierte Nachfolgelösung in der Geschäftsleitung positiv werten. Der Chief Operating Officer (COO) und zwischenzeitliche Interims-CEO Nic Dreckmann verlässt die Bank. Julius Bär hat mit Jean Nabaa bereits einen Nachfolger ernannt.

Dreckmann wird am 13. April 2026 im gegenseitigen Einvernehmen von seinen Ämtern als COO und stellvertretender CEO zurücktreten, teilte die Vermögensverwaltungsbank am Mittwoch mit. Er wird die Bank nach einer geordneten Übergabe im Sommer 2026 verlassen, um neue Herausforderungen ausserhalb der Gruppe anzunehmen. Dreckmann war über zwei Jahrzehnte bei Julius Bär beschäftigt. Er hatte im Februar 2024 die Leitung der Bank als CEO ad interim übernommen, als der damalige Chef Philipp Rickenbacher wegen der hohen Kreditvergabe an den angeschlagenen Immobilienkonzern Signa abtreten musste. Nach der Übernahme des CEO-Amts durch Stefan Bollinger trat er wieder ins zweite Glied.

Jean Nabaa wird die Nachfolge als COO im April gleichzeitig mit dem Rücktritt von Dreckmann antreten. Er stösst von der HSBC zu Julius Bär, wo er zuletzt als COO International Wealth and Premier Banking sowie als COO Global Private Banking tätig war. Nabaa ist Schweizer Staatsbürger und begann seine Karriere bei McKinsey in der Schweiz.

(cash)