Laut einem Analysten des grössten Konkurrenten, der Bank of America (BofA), wäre der Finanzriese damit zu einem äusserst attraktiven Abschlag gehandelt. «Investoren unterschätzen das Potenzial der JPMorgan-Aktie, ihren relativen Bewertungsaufschlag gegenüber vergleichbaren Unternehmen weiter auszubauen, da die Aktie kurz vor dem Beitritt zum exklusiven Club der Billionen-Dollar-Unternehmen steht», schrieb Ebrahim Poonawala, Analyst bei BofA Securities, in einer Mitteilung.
Er fügte hinzu, dass die von Jamie Dimon geführte Bank wahrscheinlich neue Investoren anziehen und so einen «Knappheitsaufschlag» auslösen würde. Poonawala merkte an, dass die elf Mitglieder des S&P 500 Index, die derzeit die Billionen-Dollar-Marke überschreiten - darunter Nvidia, Googles Mutterkonzern Alphabet und Apple - allesamt mit einem deutlich höheren Kurs-Gewinn-Verhältnis als JPMorgan gehandelt werden.
Der Kreditgeber dürfte profitieren, da er als einziges Billionen-Dollar-Unternehmen ausserhalb des Technologiesektors mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis im mittleren zweistelligen Bereich gehandelt wird. Er sieht die Bank als eine der attraktivsten Risiko-Rendite-Chancen in seinem Beobachtungsbereich.
Die Frage sei, so Poonawala, ob Investoren das Unternehmen weiterhin mit einem deutlichen Abschlag gegenüber dem Gesamtmarkt bewerten würden. Die Wall Street ist sich uneins darüber, wie weit JPMorgan noch steigen wird. Zwar empfiehlt kein Analyst einen Verkauf, doch 18 Analysten raten zum Kauf und weitere 15 halten die Aktie für gleichwertig. Das durchschnittliche Kursziel von 375 Dollar (derzeit: 353 Dollar) deutet darauf hin, dass die Aktie die Billionen-Dollar-Marke in den nächsten zwölf Monaten nicht erreichen wird.
Die Bank of America ist mit einer Marktkapitalisierung von unter 450 Milliarden Dollar die nächstgrösste US‑Bank. Poonawala geht davon aus, dass JPMorgan dank seiner Grösse und seiner Expertise in den Bereichen Künstliche Intelligenz, digitale Vermögenswerte und Vermögensverwaltung ein überdurchschnittliches Gewinnwachstum erzielen wird. Ein weiterer Pluspunkt für Jamie Dimon sei, dass er «einer der besten CEOs in der amerikanischen Wirtschaft» sei, sagte er.
Seit Anfang 2026 hat die Aktie um 10 Prozent zugelegt, nachdem sie in den drei Jahren zuvor jeweils um mehr als 25 Prozent gestiegen war.
(Bloomberg/cash)

