«Ich denke, dass dies unsere Zahl an Arbeitsplätzen langfristig reduzieren wird», sagte der Konzernchef beim China Summit der Bank in Shanghai im Interview mit Bloomberg TV. «Es wird ganz unterschiedliche Arten von Jobs geben, und ich denke, wir werden mehr KI-Leute und in bestimmten Bereichen weniger Banker einstellen, und das wird sie produktiver machen.»

Dimons Aussagen unterstreichen einen breiteren Wandel der Branche hin zur Automatisierung, der die globale Finanzarbeitswelt verändert. Während sich KI an der Wall Street ausbreitet, versuchen Banken, ihre Produktivität zu steigern und Abläufe zu verschlanken, zugleich aber mögliche politische und gesellschaftliche Gegenreaktionen auf Stellenabbau zu bewältigen.

Im Gegensatz zu einigen anderen Bankchefs schlug Dimon einen zurückhaltenden Ton an. Er argumentierte, dass sich der KI-getriebene Wandel weitgehend über natürliche Fluktuation statt durch umfangreiche Entlassungen steuern lasse. Auch wenn KI inzwischen alle Beschäftigungsebenen verändert und sich über klassische Backoffice-Aufgaben hinaus auf höherwertige Funktionen ausweitet, werde die Technologie neue Rollen schaffen, insbesondere in kundenbezogenen Bereichen.

Bei einer jährlichen Fluktuationsrate von rund 10 Prozent beziehungsweise etwa 25'000 bis 30'000 Abgängen pro Jahr verfüge JPMorgan über die Flexibilität, Mitarbeiter umzuschulen, intern neu einzusetzen oder Vorruhestandsprogramme anzubieten, sagte der CEO von JP Morgan.

In diesem Monat hatte Standard-Chartered-Chef Bill Winters eine Debatte ausgelöst, als er sagte, die auf Schwellenländer fokussierte Bank ersetze «Humankapital mit geringerem Wert» durch Technologie, um in den kommenden vier Jahren 8000 Support-Stellen abzubauen. Zuvor hatte Goldman-Sachs-Präsident John Waldron traditionelle Backoffice-Abläufe als eine «menschliche Fliessbandarbeit» beschrieben, die sich für Automatisierung eigne.

Auch HSBC-Chef Georges Elhedery äusserte sich in diesem Monat zu dem Thema. Er warnte, dass KI bestimmte Rollen «zerstören» werde, während andere neu entstünden — und forderte Mitarbeiter auf, sich an den technologischen Wandel anzupassen, statt sich ihm zu widersetzen.

(Bloomberg)

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