Die Bank Julius Bär hat am Morgen eher durchwachsene Zahlen vorgelegt. Wie es im Handel heisst, seien die Erwartungen im Vorfeld aber teilweise recht ambitioniert gewesen, so dass nun eine gewisse Enttäuschung die Reaktion noch verstärke.

Gegen 10.10 Uhr sacken die Titel um 8,8 Prozent auf 62,14 Franken ab. Damit schmelzen die bisherigen Jahresgewinne von etwas mehr als 9 Prozent nahezu komplett dahin. Erst zu Beginn der Woche hatten die Titel bei 68,70 Franken ein Jahreshoch markiert.

In den ersten Einschätzungen ähneln sich die verschiedenen Analystenkommentare in ihrer Einschätzung recht stark. Sie alle heben die Bruttomarge sowie die gute Kostenkontrolle als zentrale Pluspunkte hervor. Gerade mit Blick auf die Bruttogewinnmarge habe sich gezeigt, dass die geschäftsbedingten Einnahmen deutlich zugenommen hätten, heisst es etwa bei Jefferies dazu.

Die zuständige RBC-Analystin hebt denn auch hervor, dass diese Entwicklung auch laut Bär selbst nicht nachhaltig sei. Sie erachtet vor allem den anhaltenden Gegenwind beim Neugeld für enttäuschend.

Der Vontobel-Experte lobt vor allem den Cost/Income-Ratio. Gerade die stark gestiegenen Einnahmen aus der Kundenaktivität unterstrichen einmal mehr, dass Julius Bär sehr stark hiervon abhänge. Gleichzeitig verweist der Experte darauf, dass die Aktien bereits im Vorfeld der Zahlen sehr deutlich zugelegt hätten.

Am Markt wird das aktuelle Minus als eine Mischung aus einer gewissen Enttäuschung über die Zahlen sowie Gewinnmitnahmen bewertet.

(AWP)