Julius Bär hat in den vergangenen Monaten - wie andere Banken - von einer hohen Kundenaktivität im Umfeld der volatilen Finanzmärkte profitiert. Der Vermögensverwalter publiziert am Dienstag, 21. Juli, die Ergebnisse zum ersten Semester 2026.

Erwartet wird im Schnitt ein Konzerngewinn von 630 Millionen Franken für das erste Halbjahr. Der Betriebsertrag soll bei 2,287 Milliarden Franken liegen. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis wird auf 64,7 Prozent geschätzt. Zum AWP-Ausblick haben neun Analysten beigetragen. Hier weitere wichtige Fragen und Antworten.

Wie entwickelt sich die Profitabilität?

Julius Bär dürfte beim Halbjahresgewinn vom Ausbleiben von Sondereffekten profitieren. Im Vorjahressemester war der Gewinn noch von einem Grossabschreiber in Höhe von 130 Millionen Franken auf dem Kreditportfolio belastet worden. Rückenwind hat die Bank im laufenden Semester von gestiegenen Erträgen dank einer regen Kundenaktivität verspürt. Zwar hat sich diese nach einem sehr starken Jahresbeginn laut Aussagen der Bankverantwortlichen im April wieder abgeschwächt, dennoch dürfte die Bruttomarge über dem Vorjahreswert ausfallen.

Bleibt der Neugeldzufluss verhalten?

Die Analysten erhoffen sich eine Beschleunigung beim Nettoneugeldzufluss im Mai und Juni, nachdem diese Kennzahl in den ersten vier Monaten 2026 mit einem annualisierten Wert von gerade einmal 1,7 Prozent klar enttäuscht hatte. Mit diesem Wert blieb die Privatbank noch weit weg von den eigenen Zielsetzungen - bis 2028 strebt sie einen Zufluss von 4 bis 6 Prozent der AuM an. Julius Bär hatte den verhaltenen Zufluss zum Jahresauftakt unter anderem mit dem Risikoabbau bei den Kundenvermögen aufgrund konsequenter Umsetzung der Compliance- und Risikovorregeln begründet.

Wird Julius Bär die Geschäftspolitik anpassen?

Die Julius Bär-Geschäftsleitung dürfte auch zu Medienberichten Stellung beziehen, wonach die Privatbank ihre Einschränkungen bei der Aufnahme bestimmter risikoreicher Kunden künftig wieder etwas lockern will. Anfang Juli hatte die Nachrichtenagentur «Bloomberg» über entsprechende Pläne berichtet. Dazu gehöre namentlich die mögliche Aufhebung eines derzeit geltenden Verbots zur Aufnahme sogenannter politisch exponierter Personen (PEP).

Schliesst die Finma ihre Untersuchung ab?

Der Markt hofft seit längerem auf einen Abschluss der laufenden Untersuchung der Finanzmarktaufsicht Finma zum hohen Kreditabschreiber der Privatbank in der Folge des Zusammenbruchs der Immobiliengruppe Signa des Investors René Benko. Wichtig ist das Ende der Finma-Untersuchung zum Debakel auch deshalb, weil es den Weg für ein von vielen Investoren herbeigesehntes Aktienrückkaufprogramm freimachen könnte.

Wie haben sich die Julius Bär-Aktien entwickelt?

Die Titel von Julius Bär haben sich im bisherigen Jahresverlauf mit einem Anstieg von etwa 20 Prozent stark entwickelt und Mitte Monat gar einen neuen Rekordstand bei 75,42 Franken erreicht. Damit haben sie den Gesamtmarkt (SPI) klar übertroffen, der im gleichen Zeitraum rund 10 Prozent zulegte. Im Vorjahr hatten die Papiere um etwa 6 Prozent zugelegt.

(AWP)