Als sich der frühere Bundesanwalt Lauber am 16. Juni 2017 mit Fifa-Präsident Gianni Infantino im Berner Hotel Schweizerhof traf, tat er dies in einem verwanzten Raum. Agenten im Auftrag Katars führten die Spionageaktion auf Schweizer Boden durch. Dies zeigen Recherchen der "NZZ am Sonntag". Der Zeitung liegen nach eigenen Angaben offizielle, geheime Dokumente vor, welche die Spionageaktion belegen.

Der Golfstaat war in Sorge, dass ihm die Fussball-Weltmeisterschaft 2022 wegen Kritik an der Menschenrechtslage im Land wieder weggenommen werden könnte. Deshalb beauftragte Katar über Jahre hinweg eine US-Firma mit nachrichtendienstlichen Operationen.

Das Ziel: die Fifa-Politik zu beeinflussen. In diesem Zusammenhang wurde auch das Treffen zwischen Infantino und dem Bundesanwalt heimlich aufgezeichnet. Katar hatte besonderes Interesse an Laubers Behörde. Denn die Bundesanwaltschaft war für Ermittlungen wegen Unregelmässigkeiten bei der WM-Vergabe an Katar zuständig.

Lauber wie Infantino erklären, keine Kenntnis von der Verwanzung zu haben. Die Regierung Katars bestreitet alle Vorwürfe. Das Treffen kostete Lauber schliesslich seinen Job als Bundesanwalt.

Vom Treffen existiert Protokoll, weder Lauber noch Infantino wollten sich nicht mehr daran erinnern. Bis heute ermitteln zwei Sonderstaatsanwälte deswegen gegen Lauber und Infantino.

(AWP/cash)