Kaufempfehlung - Zündet die Credit-Suisse-Aktie den SPAC-Turbo?

Die britische Barclays entdeckt für sich die Aktie der Credit Suisse wieder. Der SPAC-Boom werde bei der Grossbank die Kasse klingeln lassen, so schreibt sie und rät Anlegern zum Einstieg.
23.02.2021 07:52
Von Lorenz Burkhalter
Filiale der Credit Suisse am Bundesplatz in Bern.
Filiale der Credit Suisse am Bundesplatz in Bern.
Bild: cash

Es ist wie ein ungeschriebenes Gesetz: Die Aktie der Credit Suisse ist an der Börse für weniger Geld zu haben als jene der Erzrivalin UBS. Darf man der britischen Barclays Glauben schenken, könnte damit allerdings schon bald Schluss sein.

In einer 80 Seiten starken Studie über die europäischen Investmentbanken stufen die Briten die Credit-Suisse-Aktie mit einem Kursziel von 14 (zuvor 12,50) Franken von "Equal weight" auf "Overweight" herauf. Die UBS-Aktie wird hingegen wie bis anhin mit Underweight zum Verkauf empfohlen, wenn neuerdings auch mit einem Kursziel von 13,70 (zuvor 13,40) Franken.

Bei der neu gewonnen Zuversicht von Barclays für die Credit Suisse dreht sich alles um den SPAC-Boom. Hinter diesen vier Buchstaben verbirgt sich der englischsprachige Begriff "Special Purpose Acquisitions Companies". Mit solchen Finanzvehikeln lassen sich Börsengänge quasi durch die Hintertür tätigen (cash berichtete).

Schätzungen der Briten zufolge dürfte der SPAC-Boom über die nächsten drei Jahre Erträge in Höhe von bis zu 6 Milliarden Dollar generieren. Davon sollte ein knappes Drittel den europäischen Investmentbanken zufliessen. Aufgrund der starken Stellung der Credit Suisse in diesem Bereich erhöht Barclays die Gewinnschätzungen der Schweizer Grossbank um bis zu 13 Prozent. Auch die UBS dürfte profitieren, wenn auch nur in einem bescheidenen Rahmen. Die Schätzungen für die grösste Schweizer Bank werden deshalb um bis zu 4 Prozent angehoben.

Neue Kursimpulse äusserst willkommen

Nachdem sich die Jahresergebnisveröffentlichung vom vergangenen Donnerstag für die Credit-Suisse-Aktie rückblickend nicht als der erhoffte Kurstreiber erwiesen hat, kommen ihr neue Impulse wohl nicht ungelegen.

Seit Jahresbeginn errechnet sich zwar ein Plus von etwas mehr als 12 Prozent. Allerdings kostet sie immer noch weniger als unmittelbar vor Ausbruch der Covid-19-Pandemie von vor einem Jahr, als in der Spitze noch Kurse von fast 14 Franken bezahlt wurden. Glücklich schätzen darf sich, wer wenige Wochen später bei Kursen unter 7 Franken den Mut fand und beherzt zugriff. Seither hat sich der Aktienkurs nämlich beinahe verdoppelt. Und zumindest für Barclays steht fest: Das Ende der Fahnenstange ist damit noch immer nicht erreicht.