Der Bau von Hochleistungsrechnern für Künstliche Intelligenz (KI) bleibt der wichtigste Motor für das Geschäft von Foxconn. «Das starke KI-Wachstum beschränkt sich nicht nur auf die ‌letzten ⁠ein oder zwei Jahre», sagte Young Liu, der Chef des weltgrössten Elektronik-Auftragsfertigers, bei der Telefonkonferenz ⁠zur Bekanntgabe der Geschäftszahlen am Montag. «Es wird sich auch in den nächsten zwei bis drei Jahren fortsetzen.»

Liu prognostizierte ‌sowohl für das laufende Quartal als auch für das Gesamtjahr «starkes ‌Wachstum». Das ist der optimistischste Ausblick des ​taiwanischen Konzerns, der traditionell keine konkreten Zahlen nennt. Bei der Produktion von KI-Servern peilt Foxconn einen Marktanteil von 40 Prozent an. Um dem wachsenden Bedarf an Rechenkapazitäten für Chatbots wie ChatGPT, Gemini & Co gerecht zu werden, entstehen weltweit neue Serverfarmen. Allein die grossen US-Technologiekonzerne wollen ‌2026 insgesamt etwa 630 Milliarden Dollar in KI-Infrastruktur investieren.

Für die Sparte Unterhaltungselektronik prognostizierte Liu «signifikantes Wachstum». Die aktuellen Lieferengpässe bei Speicherchips hätten nur einen begrenzten Einfluss auf das Geschäft, weil Kunden ​verstärkt margenstarke Premiummodelle fertigen liessen. Lediglich bei Laptops und Desktops müsse ​mit einem Rückgang gerechnet werden. Die Beratungsfirma Gartner ​sagt für 2026 einen Absatzrückgang bei PCs um etwa vier Prozent und bei Smartphones von mehr als acht ‌Prozent voraus. Weil der Bauboom bei Rechenzentren die Preise für Speicherchips in die Höhe treibt, zögern viele Verbraucher die Neuanschaffung von Geräten hinaus. Foxconn ist der wichtigste Produzent der iPhones von ​Apple.

Geopolitische ​Faktoren könnten das Wachstum von Foxconn jedoch beeinträchtigen, ⁠warnte Liu. Hierzu gehöre unter anderem der Krieg ​der USA und Israels ⁠gegen den Iran. Stark gestiegene Energiepreise belasten die Weltwirtschaft und gefährden die internationalen Lieferketten.

Im vierten ‌Quartal 2025 steigerte Foxconn den Umsatz um 22 Prozent. Der Gewinn schrumpfte dagegen überraschend um zwei Prozent auf umgerechnet rund fünf Milliarden Euro. Analysten hatten ‌mit einem Anstieg auf 7,12 Milliarden Euro gerechnet. Der offiziell als ​Hon Hai Precision Industries firmierende Konzern begründete den Rückgang mit einer höheren Steuerquote.