Die ⁠weltweiten Ausgaben für KI-Rechenzentren dürften von geschätzten 500 Milliarden Dollar im Vorjahr ‌auf 750 Milliarden Dollar im ‌Jahr 2026 steigen, teilte der ​Schweizer Konzern am Mittwoch in seinem jüngsten «Sigma»-Bericht mit. Dieser Investitionsschub werde die Nachfrage nach Versicherungsschutz stark anheizen.

Swiss-Re-Chefökonom Jérôme Haegeli bezeichnete das Ausmass der Ausgaben als unvergleichbar mit anderen Infrastrukturinvestitionen ‌der Nachkriegszeit. Dies sorge zwar für Wachstum, erhöhe aber auch den Inflationsdruck. Ivan Gonzalez, Chef der Sparte für Unternehmenslösungen, ​warnte vor den komplexen Risiken.

So seien ​für ein US-Rechenzentrum Materialien aus bis ​zu 90 Ländern nötig, was die Lieferketten anfällig mache. «Diese vernetzten Risiken ‌erfordern Lösungen, die über traditionelle Versicherungen hinausgehen», erklärte Gonzalez.

Besonders besorgniserregend sei die Anfälligkeit der teuren Anlagen für Naturkatastrophen. In ​den ​USA befänden sich rund ⁠40 Prozent der neuen Rechenzentren in ​Gebieten mit hohem Tornadorisiko. ⁠Gonzalez berichtete von einer Bank, die ein Rechenzentrum für ‌mehrere Milliarden Dollar versichern wollte, aber das erhebliche Tornadorisiko bei der Planung nicht berücksichtigt hatte. Die ‌Versicherungsbranche müsse hier mit neuen Konzepten wie ​parametrischen Produkten oder Katastrophenanleihen reagieren.

(Reuters)