Laut dem Bericht KI-Jobbarometer 2026 von PwC sind Stellen, die spezielle KI-Kenntnisse erfordern, im Jahr 2025 fast achtmal so schnell gewachsen wie der Arbeitsmarkt insgesamt. Zudem verzeichnen diese Positionen ein stärkeres Lohnwachstum.

Besonders gesucht sind Berufe, in denen KI menschliche Fähigkeiten wie Kreativität und Urteilsvermögen verstärkt. Als Beispiele nennt PwC Radiologen und Personalvermittler. Deutlich langsamer entwickeln sich dagegen Tätigkeiten, bei denen KI Aufgaben vereinfacht und sie auch für weniger spezialisierte Arbeitskräfte zugänglich macht, etwa bei IT-Service-Managern oder Arzthelferinnen.

«Die Unternehmen, die den grössten Nutzen aus KI ziehen, nutzen sie, um menschliche Expertise zu verstärken, Innovationen zu beschleunigen und völlig neue Wertquellen zu schaffen», erklärt Joe Atkinson, Chief AI Officer von PwC. «Sie bauen ihren Vorsprung bei Produktivität und Wachstum stärker aus als Unternehmen, die sich hauptsächlich auf Automatisierung konzentrieren.»

Für die Studie wertete PwC unter anderem mehr als eine Milliarde Stellenanzeigen aus 27 Ländern und Territorien aus. Die Analyse kombiniert Arbeitsmarkt-, Finanz- und Berufsdaten, um die Auswirkungen von KI auf Arbeit, Qualifikationen, Löhne und Produktivität zu untersuchen.

Schnelleres Beschäftigungswachstum

PwC zufolge verlangen zunehmend auch Einstiegspositionen mit hoher KI-Exponierung Fähigkeiten, die traditionell erfahrenen Beschäftigten zugeschrieben werden, darunter Urteilsvermögen, Empathie, Ethik, Kreativität und Führungsqualitäten. Die Zahl der Stellen, die solche Kompetenzen voraussetzen, ist seit 2019 um 35 Prozent gestiegen. Dagegen ging die Zahl der sogenannten «nicht-leitenden» Einstiegspositionen, die diese Fähigkeiten nicht erfordern, um 10 Prozent zurück.

Unterdessen ergab die jüngste globale CEO-Umfrage von PwC, dass 49 Prozent der Vorstandsvorsitzenden erwarten, dass der Einsatz von KI in den nächsten drei Jahren zu einem Rückgang der Einstellungen von Nachwuchskräften führen wird. Nur 12 Prozent rechnen mit einem ähnlichen Effekt bei erfahrenen Fachkräften.

«KI beseitigt einen Teil der Routinearbeit, die früher als eine Art Ausbildung diente», sagte Pete Brown, Global Workforce Leader bei PwC. Gleichzeitig erhöhe sie «die Nachfrage nach Urteilsvermögen, Führungsstärke und Anpassungsfähigkeit deutlich früher im Karriereverlauf. Unternehmen werden ihre Talententwicklung neu überdenken müssen.»

Überraschenderweise stellte PwC fest, dass eine stärkere KI-Exponierung mit schnellerem Beschäftigungswachstum zusammenhängt und nicht mit Stellenabbau. Unternehmen mit der höchsten KI-Exponierung steigerten ihre Beschäftigtenzahl gegenüber 2018 um 52 Prozent, verglichen mit 36 Prozent bei den am wenigsten exponierten Firmen.

Positionen, die spezielle KI-Kenntnisse erfordern - wie maschinelles Lernen und Prompt Engineering - legten im vergangenen Jahr um 69 Prozent zu, fast achtmal so stark wie der Arbeitsmarkt insgesamt mit 9 Prozent. Der Lohnaufschlag für diese Positionen stieg von 57 Prozent auf 62 Prozent. Je nach Branche fällt dieser jedoch sehr unterschiedlich aus: von bis zu 118 Prozent in konsumnahen Märkten bis zu lediglich 16 Prozent im öffentlichen Sektor.

In Fachberufen wie Radiologen, Fluglotsen und Personalvermittlern fiel das Beschäftigungswachstum doppelt so hoch aus wie in Berufsgruppen wie IT-Servicemanagern, Kreditsachbearbeitern und Arzthelferinnen; das Lohnwachstum war dort um 42 Prozent höher. Im Jahr 2025 führten die Bereiche Technologie, Medien und Telekommunikation das KI-getriebene Beschäftigungswachstum mit 11 Prozent an, gefolgt von professionellen Dienstleistungen mit 6 Prozent. Das Gesundheitswesen lag mit weniger als 1 Prozent deutlich zurück.

Finanzanalysten gelten laut der Studie als besonders aufschlussreiches Beispiel. Statt verdrängt zu werden, profitieren sie von leistungsfähigen neuen KI-Werkzeugen, die deutlich komplexere Analysen ermöglichen. Die Beschäftigung von Finanzanalysten steigt weiterhin, während neue Spezialisierungen entstehen, die vielfach höhere Gehälter bieten.

Höhere Produktivität

Unternehmen in den am stärksten von KI betroffenen Branchen erzielten 2025 gegenüber 2018 ein Produktivitätswachstum von 34 Prozent, verglichen mit 24 Prozent bei den am wenigsten exponierten Unternehmen.

Die obersten 20 Prozent der Unternehmen nach KI-Exponierung erreichten gegenüber 2018 Produktivitätszuwächse je Beschäftigtem von 163 Prozent. Das entspricht nahezu dem Fünffachen des Durchschnitts aller KI-exponierten Unternehmen.

Im Zeitalter der künstlichen Intelligenz gehe es beim Erfolg «nicht nur um den Einsatz von Technologie, sondern um menschliche Fähigkeiten», erklärte PwC. «Je stärker KI eingesetzt wird, desto mehr wird eindeutig menschliche Expertise geschätzt.»

(Bloomberg)

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