Die Aktie von AMS Osram gewinnt am Dienstag zwischenzeitlich mehr als 5 Prozent und befindet sich auf dem höchsten Stand seit Frühjahr 2024. Die Erfolgsbilanz der vergangenen Wochen ist beachtlich: Das Kursplus in den letzten vier Wochen beträgt 49 Prozent, während der Wert der Aktie im Zuge der starken Performance von US-Halbleiterfirmen seit Januar um 140 Prozent gestiegen ist.
Diese Bilanz ist auch der US-Bank JP Morgan aufgefallen. Sie stuft vorbörslich das Rating für AMS Osram von «Neutral» auf «Overweight» hoch und verdoppelt das Kursziel auf 23,60 von 11,80 Franken. Mit seiner Einschätzung liegt der Analyst über dem Konsens von 13,64 Franken und impliziert fast 20 Prozent Aufwärtspotenzial.
Die Chancen im Bereich KI-Photonik würden immer realer, grösser und schneller als gedacht, schreibt der Analyst. Hinzu komme ein grösserer Wachstumsbeitrag durch MicroLED Smartbrillen. Im Optimalfall kann er sich die AMS-Umsätze bis 2028 um bis zu 10 Prozent über dem Marktkonsens vorstellen und das operative Ergebnis um bis zu 29 Prozent. Er gehe davon aus, dass sich die Anlegerstimmung für AMS Osram noch weiter verbessern könne, da die Verschuldung abgebaut werde, die Zinskosten sänken und sich die Ertragsqualität sowie die Free-Cash-Flow-Generierung verbesserten.
Warten auf höhere Umsätze
Auch die Zürcher Kantonalbank (ZKB) äussert sich am Dienstag zum Unternehmen. Der Markt scheint AMS Osram im Moment viel Vorschusslorbeeren zu geben. «Die Aktie dürfte nun auch bei AI-Investoren auf Gehör stossen, da damit das absehbare Umsatzpotenzial von über 100 Millionen Euro ab 2030 sichtbarer wird», schreibt Michael Inauen.
Der Analyst selbst bleibt jedoch etwas zurückhaltender. Die neue Strategie mit Fokus auf AI und Smart Glasses sei zwar positiv zu werten, jedoch dürften hohe Umsätze noch einige Jahre entfernt sein. Bei allfälligen Enttäuschungen auf dem Weg zu den Umsatzzielen könnte die Aktie auch mal wieder heftig korrigieren.
Er passt die EPS-Schätzungen für 2026 und 2027 nochmals an. «Für 2026 sehen wir einen etwas grösseren Verlust, insbesondere aufgrund der höheren Einmalkosten beim Verkauf diverser Geschäftsteile, und für 2027 erwarten wir einen etwas geringeren Reingewinn, da wir eine etwas langsamere Erholung im Kerngeschäft sehen», so der Wortlaut.
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