Während das US-Unternehmen sein Geschäft ausbaute, sah sich der Schweizer Vermögensverwalter mit Rückgabeanträgen konfrontiert. «Wir sind vor Kurzem zum grössten Verwalter von Evergreen-Fonds für Private-Market-Anlagen in Europa aufgestiegen. Zuvor belegte ein Schweizer Unternehmen den ersten Platz», sagte Markus Egloff, Managing Director und Leiter des Bereichs Global Wealth Solutions International bei KKR, in einem Interview in Zürich unter Berufung auf Daten des Branchenanalysten Novantigo.

Im ersten Quartal avancierte die US-Private-Equity-Gesellschaft zum grössten Verwalter von in Europa domizilierten so genannten Evergreen-Fonds, gemessen am verwalteten Vermögen, das sich über ihre entsprechenden Plattformen auf 13,6 Milliarden Euro belief. Auch das verwaltete Vermögen der Partners Group wuchs und erreichte zum Ende des ersten Quartals 13,4 Milliarden Euro – ein Anstieg um 0,4 Milliarden Euro gegenüber dem Jahresende 2025.

«Wir sind seit drei Jahren in diesem Geschäft tätig; das zeigt, dass wir – zumindest im Bereich Private Wealth – eindeutig signifikante Marktanteile gewonnen haben», fügte Egloff hinzu. KKR hatte im Mai 2023 seinen ersten in Europa domizilierten Evergreen-Fonds für das Privatkundengeschäft aufgelegt und sich damit einer Welle von Verwaltern alternativer Anlagen angeschlossen, die in Zürich Standorte eröffneten, um über Partnerschaften mit Privatbanken Investoren zu gewinnen.

Private-Equity-Firmen erschliessen zunehmend wohlhabende Privatanleger als Kapitalquelle, um die Mittelzuflüsse zu steigern, da institutionelle Investoren bei der Allokation in Private-Market-Anlagen an ihre Grenzen stossen. In einigen Fällen hat sich das Werben um neue Anlegergruppen jedoch als nachteilig erwiesen.

Aktie von Partners Group mit 37 Prozent Minus

Private-Credit-Fonds – darunter auch einige von KKR verwaltete – sahen sich in diesem Jahr mit Rückgabeanträgen von Investoren konfrontiert, ausgelöst durch allgemeine Sorgen hinsichtlich der Kreditqualität sowie der Auswirkungen von KI auf Softwareunternehmen in Private-Equity-Portfolios.

Die Rückgabeanträge rückten die Partners Group, die zweitgrösste börsennotierte Private-Equity-Gesellschaft Europas, in den Fokus. Das Unternehmen begrenzte die Rückgabemöglichkeiten für seinen 14,5 Milliarden US-Dollar schweren Flaggschiff-Evergreen-Fonds, nachdem die Zahl der Anträge sprunghaft angestiegen war.

Dieser Schritt unterstrich die systemischen Herausforderungen für Evergreen-Fonds im Bereich Private Markets: Bekannt gewordene Diskrepanzen zwischen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten (Asset-Liability-Mismatch) sowie Liquiditätsengpässe haben zu einer verstärkten behördlichen Aufsicht geführt und die Verwalter gezwungen, den Prozess für den Ausstieg von Privatanlegern grundlegend umzustrukturieren.

Laut KKR könnten die Turbulenzen nun eine Chance bieten. «Viele unserer Wettbewerber – sowohl Manager privater Anlagen als auch traditionelle Vermögensverwalter – versuchen ebenfalls, in diesen Bereich vorzustossen. Die Zahl der Evergreen-Fonds und der Zugangsmöglichkeiten hat daher massiv zugenommen», sagte Egloff.

Die Aktie von KKR hat in diesem Jahr 24 Prozent verloren, diejenige von Partners Group 37 Prozent. Der Kursrutsch bewirkte, dass die Aktie von Partners Group auf dem tiefsten Stand seit fast 8 Jahren gehandelt wird.

(Bloomberg/cash)