Gesamtwirtschaftlich werde die Zolldifferenz von 2,5 Prozentpunkten das Bruttoinlandprodukt (BIP) um deutlich weniger als 0,1 Prozent reduzieren, teilten die Konjunkturforscher der ETH Zürich mit. Für einzelne Unternehmen könne der Nachteil allerdings durchaus ins Gewicht fallen, hiess es. Bei knappen Margen könnten die zusätzlichen Zölle über Preise, Marktanteile oder Standortentscheide mitentscheiden, insbesondere bei exportorientierten Firmen im direkten Wettbewerb mit EU-Anbietern. Hinzu komme die anhaltende Unsicherheit in den globalen Lieferketten.
Entscheidend für die weitere wirtschaftliche Entwicklung ist nach Ansicht der KOF-Experten vor allem die Ausgestaltung der US-Zölle für die Pharmaindustrie. Da Pharmaexporte einen grossen Anteil der Schweizer Ausfuhren ausmachen, hänge die wirtschaftliche Entwicklung wesentlich davon ab, welche Unternehmen und Produkte von Ausnahmen profitieren oder ob in weiteren Verhandlungen günstigere Bedingungen erreicht werden, erklärte KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm.
Seit Freitag erheben die USA auf viele Schweizer Waren Einfuhrzölle neu von bis zu 12,5 Prozent. Für EU-Produkte gilt eine Obergrenze von 10 Prozent. Für gewisse Schweizer Waren sinkt die effektive Zollbelastung dennoch, wie die Tamedia-Zeitungen am Samstag berichteten. Grund ist, dass der reguläre WTO-Zoll (Meistbegünstigungszoll, MFN) neu auf die Gesamtbelastung angerechnet wird. Bislang kam der US-Zusatzzoll von 10 Prozent zusätzlich zum regulären Zoll hinzu.
(AWP)

