Die Konjunktur werde durch die Einschränkung vor allem der Konsummöglichkeiten einen Dämpfer erleiden, heisst es in dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht des Wirtschaftsministeriums. "Solange die zusätzlichen Massnahmen begrenzt bleiben können, spricht aber wenig dafür, dass der Aufholprozess im vierten Quartal insgesamt abbricht." Dieser habe sich bis in den Oktober hinein fortgesetzt, auch wenn er sich angesichts des wieder aufgeflammten Pandemiegeschehens im In- und Ausland verlangsamt habe.

Die deutsche Wirtschaft hatte sich im Sommerquartal mit einem Rekordwachstum von 8,2 Prozent aus der Corona-Rezession befreit, nachdem sie im Frühjahr mit 9,8 Prozent so stark eingebrochen war wie noch nie. Für das laufende Schlussquartal rechnen einige Experten damit, dass das Bruttoinlandsprodukt erneut sinken könnte - wenn auch nur leicht. Im November müssen beispielsweise Restaurants sowie Kinos und Theater geschlossen bleiben. Unklar ist, ob die Beschränkungen der sozialen Kontakte verlängert werden. Bundeskanzlerin Angela Merkel berät am Montag mit den Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen.

Die Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland haben zuletzt ein Rekordhoch erreicht. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldete am Freitag 23.542 nachgewiesene Ansteckungen binnen 24 Stunden. 

(Reuters)