Die Aktien von Swiss Life zählten am Freitag zu den schwächeren Titeln im Swiss Market Index und schlossen mit einem Minus von 2,7 Prozent. Die Verluste seit dem Allzeithoch von Ende April belaufen sich damit auf rund 7,5 Prozent. Für die jüngst erfolgsverwöhnten Swiss-Life-Titel ist das nicht wenig.

Mitverantwortlich für die Abgaben dürfte eine Herabstufung durch die UBS gewesen sein. Nachdem die Grossbank ihr Rating von «Neutral» auf «Sell» gesenkt hatte, starteten die Aktien zunächst mit einem Kursrückgang von fast 4 Prozent auf dem Tagestief, konnten sich im Verlauf des Handels jedoch teilweise erholen. Als Begründung für die Herabstufung nannte die UBS das Risiko weiter steigender Zinsen, insbesondere in Europa. Diese könnten das hoch bewertete Vermögensverwaltungsgeschäft von Swiss Life belasten, etwa durch mögliche negative Neubewertungen im Immobilienportfolio, wie sie in früheren Zinsphasen bereits zu beobachten waren.

Nachdem der SMI am heutigen Montag auf einen etwas festeren Handelsstart hindeutet, stellt sich für Investorinnen und Investoren die Frage, ob sich die Swiss-Life-Aktien von den jüngsten Kursverlusten erholen können. Die teilweise kräftigen Gegenbewegungen im Verlauf des Freitagshandels sprechen zumindest für die Möglichkeit einer kurzfristigen Stabilisierung.

Zunächst dürfte jedoch zusätzlicher Druck auf dem Kurs lasten, da die Swiss-Life-Aktien am Montag mit einem Dividendenabschlag von 36,50 Franken gehandelt werden. Ausgehend vom Schlusskurs am Freitag ergibt sich damit ein rechnerischer Eröffnungskurs von rund 842,90 Franken.

Entscheidend für die weitere Entwicklung dürfte das anschliessende Anlegerverhalten sein. Dabei stellt sich die Frage, ob nach der jüngsten Technologiehausse weiterhin zyklische und risikoreichere Sektoren gesucht werden oder ob geopolitische Unsicherheiten, etwa im Zusammenhang mit der Absage von Donald Trump an einen iranischen Friedensplan, erneut zu einer defensiveren Positionierung führen. Die jüngsten Kursreaktionen an der japanischen Börse deuten eher auf Letzteres hin.

Luca_Niederkofler
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