Das Barometer sank im Mai auf 92,3 Punkte, von rund 94,9 Zählern im Vormonat, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) am Montag zu der von ihm in Auftrag gegebenen Umfrage mitteilte. Der stärkste Rückgang seit Januar 2024 liess den Indikator auf den tiefsten Stand seit Februar 2023 fallen. «Vor allem die steigenden Preise und die Sorgen um eine schwache Konjunktur trüben die Verbraucherstimmung deutlich ein», betonte der HDE.
Durch den Ende Februar ausgebrochenen Iran-Krieg sind die Energiepreise deutlich gestiegen. Die deutsche Inflationsrate kletterte dadurch im April auf 2,9 Prozent und damit auf den höchsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Das nagt an der Kaufkraft der Verbraucher.
Eine rasche Trendwende erwartet der HDE nicht. Kürzlich beschlossene Entlastungsmassnahmen der Bundesregierung wie der Tankrabatt wirkten sich bisher nicht positiv auf die Konsumstimmung aus. Hinzu komme die angespannte geopolitische Lage. «Vor diesem Hintergrund ist auch in den kommenden Wochen und Monaten nicht mit einer Stärkung des privaten Konsums und des gesamtwirtschaftlichen Wachstums zu rechnen», betonte der Branchenverband. «Die Hoffnungen vom Beginn des Jahres auf eine konjunkturelle Erholung wurden durch den Iran-Krieg zunichtegemacht.»
Der deutsche Einzelhandel hat im März den stärksten Umsatzschwund seit dreieinhalb Jahren erlitten. Die Einnahmen fielen inflationsbereinigt um 2,0 Prozent geringer aus als im Vormonat, wie das Statistische Bundesamt ermittelte. Dies war bereits das dritte Minus in Folge und zugleich das grösste seit Oktober 2022. «Die Einzelhandelsumsätze für den März geben einen Vorgeschmack auf die wirtschaftlichen Schäden durch den Iran-Krieg», sagte der Chefvolkswirt der VP Bank, Thomas Gitzel. «Bleibt mehr Geld an der Tankstelle liegen, bleibt weniger übrig für anderweitigen Konsum.»
(Reuters)

