Die gesunkene Kreditvergabe in China signalisiert damit eine anhaltende Schwäche in der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt. Die heimischen Banken vergaben neue Kredite im Volumen von 900 Milliarden Yuan (gut 114 Milliarden Euro), wie aus den am Freitag veröffentlichten Daten der chinesischen Zentralbank (PBOC) hervorging.
Dies war ein drastischer Rückgang im Vergleich zum starken Jahresauftakt im Januar mit 4,71 Billionen Yuan. Die Erwartungen von Analysten wurden damit deutlich verfehlt. Als Hauptgrund gilt die schwache Nachfrage nach Krediten von Unternehmen und privaten Haushalten.
Der Rückgang verdeutlicht die grundlegenden Probleme der chinesischen Wirtschaft, insbesondere die anhaltende Immobilienkrise und die zurückhaltende Stimmung bei den Unternehmen. Ein besonders deutliches Zeichen für die Konsumflaute ist, dass die Kredite an private Haushalte wie Hypotheken im Februar um 650,7 Milliarden Yuan schrumpften. Zwar schwächt sich die Kreditvergabe nach einem traditionell starken Jahresauftakt im Februar wegen des mehrtägigen Neujahrsfestes für gewöhnlich ab. Der Wert lag jedoch auch unter dem des Vorjahresmonats, was auf ein tiefer liegendes Problem hindeutet.
Die Regierung in Peking will auf die Konjunkturschwäche reagieren. Notenbankchef Pan Gongsheng hatte vergangene Woche angekündigt, die lockere Geldpolitik fortzusetzen und bei Bedarf die Zinsen sowie die Mindestreservesätze für Banken zu senken. Die Regierung will zudem mit milliardenschweren Programmen die Binnennachfrage ankurbeln. Sie hat für dieses Jahr ein Wachstumsziel von 4,5 bis fünf Prozent ausgegeben, den niedrigsten Wert seit 1991. Im vergangenen Jahr hatte es noch zu einem Plus von fünf Prozent gereicht.

