Der für die US-Notenbank Fed massgebliche Preisindex für private Konsumausgaben (PCE) kletterte im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,8 Prozent, wie das Handelsministerium am Donnerstag mitteilte. Dies ist der stärkste Anstieg seit Mai 2023. Dieser Wert entsprach den Erwartungen von Ökonomen. Die Daten stützen die Einschätzung von Experten, dass die Fed ihren Leitzins bis weit ins nächste Jahr hinein unverändert lassen könnte.
Der Konflikt mit dem Iran hat den Schiffsverkehr in der Strasse von Hormus gestört und die Energiepreise in die Höhe getrieben. Im April stiegen die Benzinpreise in den USA um 12,3 Prozent. Seit Beginn des Krieges Ende Februar haben sie sich um mehr als 50 Prozent verteuert. Die sogenannte Kerninflation, bei der die schwankungsanfälligen Energie- und Lebensmittelpreise herausgerechnet werden, zog im April auf 3,3 Prozent an, von 3,2 Prozent im März. Die Fed strebt hier eine Inflationsrate von zwei Prozent an. Ihr Leitzins liegt derzeit in einer Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent.
Die steigenden Preise belasten Präsident Donald Trump. Der hatte die Wahl 2024 massgeblich mit dem Versprechen gewonnen, die Inflation zu senken. Einer Umfrage von Reuters/Ipsos aus der vergangenen Woche zufolge sanken seine Zustimmungswerte auf einen der niedrigsten Stände seit seiner Rückkehr ins Weisse Haus. Als Grund gilt eine nachlassende Unterstützung unter den Republikanern. Die hohe Inflation gefährdet die Mehrheit seiner Partei bei den Kongresswahlen im November.
Die Konsumausgaben, die für mehr als zwei Drittel der US-Wirtschaftsleistung stehen, legten im April zwar um 0,5 Prozent zu. Die hohen Preise schönen jedoch die Statistik. Experten gehen davon aus, dass die Verbraucher ihre Ausgaben bald zurückfahren werden, da die Inflation die Lohnzuwächse übersteigt und damit an der Kaufkraft nagt.
(Reuters)

