Kryptowährungen - Mark Mobius: «Kryptowährungen geben Hinweise auf die Gefühlslage an Aktienmärkten»

Die Märkte wären froh um ein Signal für eine Trendwende. Investor Mark Mobius empfiehlt Anlegerinnen und Anlegern am Aktienmarkt, dafür auf den Bitcoin-Kurs zu schauen.
24.06.2022 13:45
Mark Mobius, Schwellenland-Experte.
Mark Mobius, Schwellenland-Experte.
Bild: Bloomberg

Als Aktienhändler sollte man momentan seine Aufmerksamkeit auf Kryptowährungen richten: So gebe der Bitcoin Investoren einen Einblick darüber, in welche Richtung sich der Aktienmarkt bewegen könnte. Investorenlegende Mark Mobius sagte dies in einem Bloomberg-Interview.

"Kryptowährungen stellen einen guten Indikator dafür dar, wie die Gefühlslage unter Investoren aussieht", führte er aus. "Sobald der Bitcoin-Kurs sinkt, wird am nächsten Tag auch der Dow Jones-Kurs runter gehen. So sieht das Muster aus. Das zeigt, dass es sich beim Bitcoin um einen führenden Indikator handelt."

Mobius war Mitgründer von Mobius Capital Partners und hat mit seinen drei Jahrzehnten bei Franklin Templeton Investments einiges an Erfahrung bezüglich neu entstehender Märkte gesammelt.

Zeit des «Krypto-Winters»

Mobius' Aussagen kommen während einer Zeit, in welcher sich der Markt für Kryptowährungen in einem sogenannten "Krypto-Winter" befindet. Der Schätzwert für den breiteren Krypto-Markt ist inzwischen auf unter eine Billion Dollar gefallen. Dies, nachdem er im November noch ein Allzeithoch von über 3 Billionen Dollar erreicht hatte. Zum momentanen Zeitpunkt steht der Bitcoin-Preis bei 20'540 Dollar. Damit hat er mehr als 70 Prozent von seiner Rekordhöhe vom letzten November verloren. Damals lag der Wert noch bei 69'000 Dollar.

Gemäss Mobius würde die Stimmung am Aktienmarkt dann seinen Tiefpunkt erreichen, wenn sowohl die institutionellen, als auch die privaten Anleger damit aufhören, wegen starker Verluste noch mehr Geld in den Markt zu stecken. "Erst dann ist der Zeitpunkt gekommen, um wieder mit dem Aktienkauf zu beginnen."

Tiefpunkt noch nicht erreicht

Zu "Bärenmärkten" haben sich die amerikanischen Börsen oft dann gewandelt, nachdem die US-Notenbank die Leitzinssätze erhöhten. Damit wollte man den hohen inflations-bedingten Preisen etwas entgegensetzen. Nun, nachdem der Nasdaq fast 30 Prozent und der S&P 500 mehr als 20 Prozent seines Wertes eingebüsst hat, suchen Marktbeobachter nach Anzeichen dafür, wann der Ausverkauf im Handelsgeschäft sein Ende finden könnte.

Solange Bitcoin-Investoren weiterhin davon sprechen, das "Buy-the-Dip"-Prinzip anzuwenden, würde dies gemäss Mobius darauf hinweisen, dass noch immer Hoffnung bestünde. "Das bedeutet jedoch auch, dass wir noch nicht den Tiefpunkt eines Bärenmarkts erreicht haben."

(Bloomberg/cash)