Der Logistikkonzern musste zwar im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum gut gelaufenen Vorjahresquartal Rückgänge bei Umsatz und Ergebnis hinnehmen. Die Vorgaben der Analysten und die Markterwartungen hat Kühne+Nagel aber vor allem auf EBIT- und Gewinnstufe übertroffen.
Gegen 09.40 Uhr rücken die Aktien von Kühne+Nagel um 1,1 Prozent auf 196,40 Franken vor und setzen somit die positive Kursentwicklung in diesem Jahr fort. Seit Jahresbeginn stehen die Valoren bereits mit 15 Prozent im Plus. Demgegenüber gibt der Gesamtmarkt (SMI -0,7 Prozent) am Freitag deutlich nach.
Kühne+Nagel habe im ersten Quartal mit einer starken Entwicklung der Profitabilität überzeugt und die EBIT-Guidance fürs Gesamtjahr leicht erhöht, heisst es im Kommentar der ZKB. Vor allem in der See- und Luftfracht hätten die Kostenkürzungen bereits Früchte getragen. ZKB-Analyst Gian Marco Werro geht nun mit Blick auf die Profitabilität von weiterem Rückenwind aus, auch wenn schwächere Volumen zu erwarten seien.
Der Logistikkonzern habe im Startquartal von der guten Implementierung des im Herbst angekündigten Sparprogramms profitiert, heisst es im Kommentar der Bank Vontobel. Mit diesem Boost seien die Ergebnisse deutlich über den Erwartungen ausgefallen.
Im Quartalsbericht sind laut Vontobel-Analyst Michael Foeth derweil noch keine grösseren Einflüsse des Konflikts im Nahen Osten sichtbar. Zwar sei der Einfluss der Entwicklungen im Nahen Osten und des Anstiegs der Energiepreise auf die kommenden Quartale noch ungewiss. Das Unternehmen habe aber viel Erfahrung damit, durch Perioden der Disruption zu navigieren.
Die UBS-Experten sehen darüber hinaus die vom Unternehmen angehobene Untergrenze beim Jahresausblick - neu erwartet Kühne+Nagel einen operativen EBIT von 1,25 bis 1,40 Milliarden Franken - als Kurstreiber. Zugleich verweisen sie aber auch auf einen Einmal-Effekt bei der Kontraktlogistik. Dieser habe den EBIT und die Konversionsrate in diesem Geschäft deutlich angeschoben.
(AWP)

