Der Nettoumsatz nahm im Gesamtjahr um 1 Prozent auf 24,48 Milliarden Franken ab, wie das Unternehmen Kühne+Nagel am Dienstag mitteilte. Währungsbereinigt hätte allerdings ein Wachstum von 3 Prozent resultiert. Der um die volatilen Frachttarife bereinigte Rohertrag erhöhte sich um 2 Prozent auf 8,80 Milliarden.
Die Profitabilität verschlechterte sich markant: Das Betriebsergebnis (operativer EBIT ohne Einmaleffekte) ging um 17 Prozent auf 1,38 Milliarden Franken zurück, der Reingewinn um ein Viertel auf 925 Millionen. Die so genannte Konversionsmarge, die das Verhältnis von EBIT zum Rohertrag angibt, erreichte 16 nach 19 Prozent. Sie gilt in der Branche als wichtige Kennzahl.
Die Aktionärinnen und Aktionäre sollen nun eine Dividende von 6,00 Franken pro Aktie erhalten, nachdem es im Vorjahr 8,25 Franken gab.
Viel Gegenwind
Die Kennzahlen lagen grösstenteils im Rahmen der Erwartungen der Analysten, beim EBIT sogar darüber. Denn nach einem guten ersten Halbjahr begann das Geschäft des Logistikkonzern im zweiten Halbjahr zu schwächeln.
Die Politik von US-Präsident Donald Trump und eine Konsumflaute in einigen Teilen der Welt verursachten einen Margenzerfall. Auf den Weltmeeren wurden wegen der Zölle weniger Waren verschifft, was zu Überkapazitäten führte und in der Folge zu einem Preiszerfall. Das Unternehmen hatte daher im Oktober das Jahresziel für den EBIT deutlich auf «über 1,3 Milliarden» gesenkt, was nun gut erreicht wurde.
Das Management reagierte im Herbst mit einem Sparprogramm. Dieses sei im vierten Quartal zügig umgesetzt worden, heisst es in der Mitteilung. Laut früheren Angaben wurden weltweit 1000 bis 1500 der insgesamt 85'000 Stellen gestrichen. Ingesamt peilt das Unternehmen Einsparungen von über 200 Millionen an.
Im neuen Jahr zeichnet sich keine rasche Besserung ab, wie das Ziel für den EBIT zeigt. Das EBIT-Jahresziel für 2026 (1,2 bis 1,4 Mrd Fr.) enthält laut den Angaben zwar 100 Millionen Einsparungen. Eine sich abkühlende Weltwirtschaft infolge der diversen Unsicherheitsfaktoren und Gegenwind bei der Währungen (Prognose: 5 Prozent Abwertung) verhindere aber eine optimistischere Prognose. Im letzten Jahr wurde ein EBIT (ohne Einmalkosten) von 1,38 Milliarden erzielt.
Höherer Stellenabbau geplant
Der Logistikkonzern streicht mehr Stellen als bisher geplant. Es sollen über 2000 Jobs wegfallen, wie aus einer Präsentation zum Jahresabschluss 2025 hervorgeht. Bisher war von einem Abbau von 1000 bis 1500 Vollzeitstellen die Rede gewesen. Per Ende Jahr wies das Unternehmen gut 80'000 Vollzeitstellen aus.
Der Jobabbau soll zu Einsparungen von 150 Millionen Franken führen, nachdem bisher 110 Millionen angestrebt worden waren. Insgesamt bleibt es aber beim Sparziel von 200 Millionen, so das Unternehmen.
Die Einsparungen sollen laut den Angaben im Verlauf des Jahres wirksam werden. Die Einmalkosten, die das Sparprogramm zunächst verursacht, seien im Schlussquartal 2025 verbucht worden. Es würden keine zusätzlichchen Einmaleffekte erwartet.
(AWP)

