Trotz ‌der ⁠Sorge vor einer Verdrängung von Arbeitskräften durch die neue Technologie sei eine «Job-Apokalypse» ⁠nicht in Sicht, sagte Adecco-Chef Denis Machuel der Nachrichtenagentur Reuters. Es gehe vielmehr darum, ‌Aufgaben und Rollen zu verändern, anstatt Stellen komplett ‌zu streichen.

Zuletzt hatten mehrere Grosskonzerne ​wie Microsoft, Amazon, HSBC und Standard Chartered Stellenstreichungen angekündigt, um verstärkt in KI zu investieren. Dem Personalberater Challenger, Gray & Christmas zufolge war KI in den USA in diesem Jahr der häufigste Grund für Entlassungen und für ‌fast ein Viertel der weggefallenen Arbeitsplätze im Jahr 2026 verantwortlich. Machuel betonte jedoch, dass einige Unternehmen die Technologie lediglich als Vorwand nutzten. Sie schöben KI ​vor, um Kürzungen zu rechtfertigen, die eigentlich durch schwächere ​Geschäfte, Umstrukturierungen oder andere Probleme verursacht worden ​seien.

Machuel verwies auf frühere industrielle Revolutionen wie die Einführung von Dampf, Elektrizität, IT und ‌Internet. Diese hätten die Arbeitswelt zwar grundlegend verändert, aber keine Massenarbeitslosigkeit ausgelöst. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass dies bei der KI anders sein ​werde. ​Am stärksten gefährdet seien repetitive Aufgaben ⁠und Einstiegsjobs, insbesondere in der Softwareentwicklung, im Kundenservice, ​in der Buchhaltung ⁠und bei juristischen Dienstleistungen. Die Zahl der angebotenen Einstiegspositionen ist Machuel zufolge ‌um 16 Prozent zurückgegangen. Unternehmen könnten diese Nachwuchsstellen jedoch nicht einfach streichen, ohne ihre künftige Talentpipeline zu beschädigen. Sie müssten diese ‌Rollen neu gestalten, damit Beschäftigte durch KI unterstützt würden ​und gleichzeitig Fähigkeiten für ihre Karriere aufbauen könnten.

(Reuters)