Der österreichische Kupferspezialist Asta Energy Solutions strebt an die Frankfurter Börse und sorgt damit für den ersten angekündigten Börsengang des Jahres in Deutschland. Bei der für das erste Quartal vorgesehenen Platzierung sollen durch die Ausgabe ​neuer Aktien rund 125 Millionen Euro eingesammelt werden, wie Asta Energy Solutions am ‌Donnerstag mitteilte. Das gesamte Transaktionsvolumen, das auch Anteile der ‌Alteigentümer und eine Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) umfasst, soll bis zu 190 Millionen Euro betragen. Die Aktien sollen im Prime Standard der Frankfurter Wertpapierbörse notiert werden.

Als wichtiger Ankerinvestor ist der Energietechnikkonzern Siemens Energy an Bord, der sich zur Zeichnung von Aktien im Wert von 25 Millionen Euro verpflichtet hat. Drei weitere institutionelle Investoren, darunter Fonds von ⁠BNP Paribas Asset Management und Invesco, haben Zusagen für insgesamt 30 Millionen Euro gegeben. Asta mit Sitz in Oed in Niederösterreich will die Einnahmen aus dem Börsengang vor allem für das internationale Wachstum verwenden. Konkret sollen die Produktionskapazitäten ​ausgebaut und die Lieferkette durch ein neues Recyclingwerk in Europa gestärkt werden. Zudem ‌sollen die Bilanz gestärkt und Schulden abgebaut werden. Begleitet wird der Börsengang ‍von den Banken Berenberg, Commerzbank und Raiffeisen Bank International.

Asta stellt hochspezialisierte Kupferbauteile für die Energiewirtschaft her, die etwa in Transformatoren, Generatoren und ​Rechenzentren zum Einsatz kommen. Das Unternehmen gehört zur Gruppe des österreichischen Investors Michael Tojner, der in Deutschland als Grossaktionär des Batterieherstellers Varta bekannt ist. Tojner will auch nach dem Börsengang die Mehrheit an Asta halten.

Der Börsenkandidat profitiert ‌nach eigenen Angaben von der weltweit hohen Nachfrage im Zuge ⁠der Energiewende und der zunehmenden Elektrifizierung. Zu den Kunden zählen neben ‌Siemens Energy auch Branchengrössen wie Hitachi Energy, der US-Energietechnikkonzern GE Vernova und der österreichische Anlagenbauer Andritz. Asta betreibt sechs Werke in Österreich, Bosnien und ‍Herzegowina, Brasilien, China sowie Indien und beschäftigt über 1400 Mitarbeiter.

Das Geschäft von Asta ist in den vergangenen Jahren kräftig gewachsen. Der Umsatz stieg von rund 480 Millionen Euro im ​Jahr 2022 auf etwa 643 Millionen Euro im Jahr 2024. Für das Geschäftsjahr 2025 ‍rechnet das Unternehmen mit einem Umsatz von rund 680 Millionen Euro und einem operativen Ergebnis (Ebitda) zwischen 45 und 47 Millionen Euro. Langfristig strebt Asta einen Jahresumsatz von mehr als einer Milliarde Euro an.

(Reuters)